Ringen um Übernahme des Medienhauses hält an.
Gestern Dienstag hat Netflix neue Bedingungen für die Übernahme von Warner Brothers Discovery (WBD) vorgelegt. Dies soll nun vollständig in einer direkten Zahlung geschehen, anstatt einer Mischung aus Bargeld und Aktien. Das Angebot liegt weiter bei 27,75 Dollar je WBD-Aktie. Dazu würden zudem – wie bereits vorgesehen – Anteile an einer neuen Medienfirma kommen, die durch die Abspaltung von Kabelkanälen wie CNN und HBO nach der Übernahme entstehen würde. WBD und Netflix haben die neue Offerte gemeinsam vorgestellt und halten damit an ihrer Ende letzten Jahres von beiden Unternehmen beschlossenen Fusion fest.
Netflix hatte zuvor 23,25 Dollar pro Aktie in bar und den Rest in Netflix-Aktien angeboten. Dies gab dem von Larry und David Ellison kontrollierten Konkurrenten Paramount im Dezember die Möglichkeit, ein reines Barangebot vorzubringen und dies als überlegen darzustellen. Netflix will die Transaktion nunmehr «durch eine Kombination aus vorhandenen Barmitteln, verfügbaren Kreditlinien und zugesicherten Krediten» finanzieren und sieht darin eine «vereinfachte Transaktionsstruktur», die WBD-Aktionären eine bessere Garantie für den Wert ihrer Anteile und einen beschleunigten Weg zu einer Abstimmung über die Übernahme bieten würde.
WBD-CEO David Zaslav will nach der noch ausstehenden Genehmigung der Übernahme durch die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eine ausserordentliche Aktionärsversammlung einberufen, um über den Deal abzustimmen. Er rechne damit im Frühjahr.
Paramount hatte die Änderung des Angebots in ein reines Barangebot erwartet und treibt seinen Plan zum Kauf von Aktien für 30 Dollar pro Stück weiter voran. Paramount-CEO David Ellison will einer Übernahme durch sein Unternehmen freundlich gestimmte Persönlichkeiten für den WBD-Aufsichtsrat nominieren. Er klagt zudem gegen die Fusion von WBD mit Netflix. Das zuständige Gericht in Delaware hat jüngst einen Antrag von Paramount auf ein beschleunigtes Verfahren abgelehnt.
Spannend bleibt daneben die Haltung der Aufsichtsbehörden und des US-Präsidenten zu dem Ringen um Warner (Link).
Netflix (NFLX) veröffentlichte am Dienstag nach Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal, die besser als erwartet ausfielen. Das Unternehmen kündigte an, die Veröffentlichung neuer Inhalte im kommenden Jahr zu beschleunigen und sein Aktienrückkaufprogramm angesichts der bevorstehenden Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) auszusetzen.
Der Streaming-Riese erzielte einen Umsatz von 12,05 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen der Wall Street von 11,96 Milliarden US-Dollar (laut Bloomberg-Konsensdaten). Auch die eigene Prognose von 11,96 Milliarden US-Dollar wurde übertroffen. Im vierten Quartal des Vorjahres hatte das Unternehmen einen Umsatz von 10,25 Milliarden US-Dollar erzielt.
Der Gewinn pro Aktie lag mit 0,56 US-Dollar leicht über den Erwartungen der Analysten von 0,55 US-Dollar. Netflix selbst hatte einen Gewinn von 5,45 US-Dollar pro Aktie prognostiziert, bzw. 0,55 US-Dollar nach dem Aktiensplit im Verhältnis 10:1 Mitte November.
Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass es nun weltweit über 325 Millionen Mitglieder hat.
Der Umsatz für das Gesamtjahr lag mit 45,2 Milliarden US-Dollar etwas höher als erwartet (45,1 Milliarden US-Dollar laut Wall Street-Prognose). Dies ist ein Anstieg gegenüber den 39 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2024.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr belief sich auf 2,53 US-Dollar und lag damit knapp über den Schätzungen von 2,52 US-Dollar. Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 1,98 US-Dollar erzielt.
Für das erste Quartal prognostiziert Netflix ein Umsatzwachstum von 15,3 % auf 12,16 Milliarden US-Dollar und einen bereinigten Gewinn von 0,76 US-Dollar. Dies liegt über den Erwartungen der Wall Street von 10,54 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem bereinigten Gewinn von 0,66 US-Dollar.