USA – Nahost 22. Sep 2026

Militär-Geheimdienst warnt vor F-35-Verkauf an Saudis

Ein F-35-Kampfjet in Israel. 

Gefahr chinesischer Spionage.  

Der Pentagon-Geheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA) warnt angeblich in einem Report vor einer möglichen Spionage Chinas im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von Dutzenden hochmoderner F-35-Kampfjets an Saudi-Arabien im Wert von 24 Milliarden Dollar. Demnach könnte Beijing dank einer starken Präsenz und engen Zusammenarbeit mit dem Königreich etwa im Raketenbereich Zugang zu der Technologie der F-35 gewinnen.

Der Bericht wurde anscheinend bereits vor Monaten erstellt, sickert aber nun kurz vor dem Besuch des chinesischen Staatschef Xi bei Trump durch. Neben dem Zugang chinesischer Militärs zu saudischen Basen sowie der Nutzung chinesischer Technologie in der saudischen Telekommunikations-Infrastruktur stellt die DIA zudem die Sicherung der Standorte für die F-35 durch das Königreich in Frage. Der Bericht kursiert bei Militär, Geheimdiensten und dem US-Kongress.

Trump hatte den Verkauf im November kurz vor dem Besuch des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MbS) im Weissen Haus angekündigt. Inzwischen hat die DIA ihre Warnungen angeblich erneuert und verschärft und im Kongress wird Kritik an dem Verkauf von 48 Jets laut.

Ähnliche Bedenken waren 2020 bereits während Trumps erster Amtszeit beim Verkauf von F-35-Jets an die Vereinigten Arabischen Emirate laut geworden. Dies war Teil eines Abkommens, in dessen Rahmen die Emirate ihre Beziehungen zu Israel normalisierten. 

MbS steht momentan aufgrund des eskalierenden Konflikts mit den Huthis im Jemen unter Druck. Am Wochenende hat Trump angeblich bereits vorbereitete US-Attacken auf die mit Iran verbündeten Milizen kurzfristig abgesagt. Von 2014 bis 2022 hatte die von den Amerikanern logistisch und technisch unterstützte Luftwaffe der Saudis schwere Bombenangriffe auf die Huthis geflogen, die eine Hungerkatastrophe auslöste und Hunderttausende ziviler Opfer forderte. Dennoch sah sich MbS 2022 zu einem Waffenstillstand mit den Huthis genötigt. 

Der Kauf von F-35 erscheint von daher weniger militärisch sinnvoll, denn als Versuch, eine praktisch Unterstützung Washingtons im Krieg gegen die Huthis einzuwerben. Diese Rechnung scheint zumindest bislang nicht aufzugehen (Link).

Andreas Mink