Genf 13. Jan 2026

Mehr als 100 Kinder seit Waffenruhe in Gaza getötet

Rauch über Jabalia in Gaza nach einem israelischen Angriff am vergangenen Freitag.

Im Gazastreifen sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef seit der Waffenruhe im Oktober mindestens 100 Minderjährige gewaltsam ums Leben gekommen.   

Unter den getöteten Minderjährigen seien 60 Jungen und 40 Mädchen unter 18 Jahren, berichtet die Organisation Unicef aus dem Gazastreifen.
Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen unter der Leitung der Terrororganisation Hamas bestätigt die Zahlen und bezeichnet sich als Hauptquelle für die Unicef-Angaben. Die UN-Organisationen haben die Angaben des Ministeriums stets als verlässlich bezeichnet. Die Angaben der Hamas-Gesundheitsbehörde lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Eine Anfrage beim israelischen Militär blieb zunächst ohne Ergebnis.
Es gehe vor allem um Luft- und Drohnenangriffe, sagt Unicef-Sprecher James Elder, der sich im Gazastreifen aufhält. «Die Bombardierungen sind weniger geworden, aber sie haben nicht aufgehört», sagt er. Manche Opfer seien auch durch Schüsse getroffen worden, einige wenige durch zuvor nicht explodierte Munition ums Leben gekommen. Er gehe davon aus, dass die wahre Zahl der Getöteten noch höher liegt. Unicef zähle nur die verifizierten Fälle.
Zudem seien in diesem Winter bereits sechs Kinder an Unterkühlung gestorben, sagt Elder. Tausende Menschen harren wegen der weitreichenden Zerstörung bei eisiger Kälte und Regen in Zelten aus.
Elder berichtet auch von vielen Verletzten - darunter ein Neunjähriger, der nach seinen Angaben beim Feuerholzsuchen einen Luftangriff erlebte. In seinem Auge stecke nun ein Splitter, den die Ärzte mit den vorhandenen Mitteln vor Ort nicht entfernen könnten. Der Junge müsse wie rund 2000 weitere Minderjährige dringend zur Behandlung ins Ausland gebracht werden.
Der Prozess, um für solche Ausreisen israelische Genehmigungen zu bekommen, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bürokratisch sehr aufwendig. Zudem fehlten Aufnahmeplätze für die Verletzten in anderen Ländern.
 

Redaktion