New York City 14. Mai 2026

Mamdani stockt Budget zur Prävention von Hasskriminalität massiv auf

Zohran Mamdani

Erster Haushaltsentwurf des neuen Bürgermeisters.  

Am Dienstag hat Zohran Mamdani seinen ersten Haushaltsentwurf als Bürgermeister von New York City vorgelegt. Dieser sieht eine neunfache Aufstockung des Budgets zur Prävention von Hasskriminalität vor. Mamdani löst damit ein Wahlkampfversprechen speziell an die jüdische Wählerschaft ein, die ihm angesichts seiner kritischen Haltung gegenüber Israel mehrheitlich skeptisch gegenüberstand.

Vor und seit den Wahlen im November kam es zu anti-israelischen Protesten. Zuletzt zogen am Montagabend Dutzende Demonstranten in ein überwiegend von Juden bewohntes Viertel in Brooklyn und protestierten gegen einen Event für Immobilien in Israel und auf der besetzten West Bank, den eine Synagoge ausgerichtet hat. Die New Yorker Polizei war jedoch wie bei ähnlichen Ereignissen seit Mamdanis Amtsübernahme zahlreich vor Ort und hielt Demonstranten auf Distanz zu der Synagoge.

Mamdani will 26 Millionen Dollar an das «Office for the Prevention of Hate Crimes» (Büro zur Prävention von Hasskriminalität) geben. Die 2019 gegründete Behörde verfügt derzeit über ein Jahresbudget von nur drei Millionen Dollar und soll sämtliche Fälle von Hasskriminalität erfassen und Methoden zu deren Vorbeugung entwickeln und anwenden. Wie genau die neuen Mittel verwendet werden könnten, bleibt unklar. 

Nach Angaben der New Yorker Polizei machten antisemitische Vorfälle im Jahr 2025 insgesamt 57 Prozent aller gemeldeten Hassverbrechen aus. Der Jahresbericht der Anti-Defamation League für das Jahr 2025 ergab zwar, dass die Zahl antisemitischer Vorfälle in New York um 19 Prozent zurückgegangen ist; dennoch war das vergangene Jahr das drittstärkste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Mamdani betont bei der Vorstellung seines Budgets indes, das Büro solle fortan intensiver die Aufgabe wahrnehmen, Hassverbrechen bereits im Vorfeld zu verhindern. Begleitend dazu sei für diesen Herbst die Einführung der ersten umfassenden städtischen Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus geplant.

Die Ankündigung wird von jüdischen Mandatsträger gelobt – darunter auch bisherigen Kritikern Mamdanis. Gleiches gilt für jüdische Organisationen. Beide Satmar-Gruppierungen zollten dem Bürgermeister Anerkennung. Auch die Anti-Defamation League – die Mamdani besonders kritisch beobachtet – und die progressive «New York Jewish Agenda» begrüssen die Initiative (Link).

Andreas Mink