Insider-Informationen aus Washington.
Wie die «New York Times» pünktlich zur Ankunft Trumps in Beijing am Mittwoch vermeldet, haben chinesische Unternehmen Waffenverkäufe mit dem Iran erörtert, die über Drittstaaten abgewickelt werden sollen, um deren Herkunft zu verschleiern. Der Bericht beruft sich auf Angaben amerikanischer Regierungsvertreter. Der Bericht setzt den durch miserable Wirtschafts- und Umfragewerte, sowie den festgefahrenen Iran-Krieg angeschlagenen US-Präsidenten zusätzlich unter Druck.
Laut der Times haben US-Geheimdienste Informationen zu Beratungen chinesischer Unternehmen mit iranische Regierungsvertretern über Waffentransfers gesammelt. Umfang und Natur der Waffenlieferungen sei ebenso unklar, wie der Zeitpunkt und die Haltung der chinesischen Regierung dazu. Anscheinend haben «Manpads» aus China, also von der Schulter auf Tiefflieger zu feuernde Geschosse, jedoch bereits seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Weg in den Iran gefunden.
Trump hat vor seinem Abflug erklärt, er plane ein «langes Gespräch» mit Staatschef Xi über den Konflikt. Sein Gastgeber «habe sich in der Iran-Frage bislang `relativ gut´ verhalten». Laut dem Bericht könnten chinesische Firmen jedoch bereits weitere Waffen für Iran an Drittstaaten geliefert haben.
Iran hat bislang keine Einzelheiten über eine Zusammenarbeit mit der Volksrepublik preisgegeben, aber bereits im März erklärt, die Islamische Republik habe «militärische Unterstützung» von China und Russland erhalten. Amerikanische Geheimdienste sehen Lieferungen chinesischer Firmen an Iran über Drittländer als Weg, eine offene Konfrontation mit Trump zu vermeiden.
Allerdings hätte China seit März Geheimdienstinformationen an Iran übermittelt, sowie Zugang zu einem Spionagesatelliten gewährt, der die Positionen der US-Streitkräfte in der Region erfasst hat. Daneben soll China laut dem Bericht Dual-Use-Komponenten geliefert haben, die der Iran für die Herstellung von Drohnen, Raketen und anderen Waffensystemen benötigt.
Derartige Komponenten – wie Halbleiter, Sensoren und Spannungswandler – können auch in der zivilen Fertigung eingesetzt werden. China hat derartiges Material nach dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 bereits in grossem Massstab an Russland geliefert (Link).