Antisemitismusvorwurf gegen Bardella.
Nach schweren Antisemitismusvorwürfen gegen den Parteichef von Frankreichs Rassemblement National, Jordan Bardella, hat Präsident Emmanuel Macron die Rechtsaussen-Partei zur Klarstellung aufgerufen.
«Zunächst einmal sind die zitierten Äusserungen natürlich äusserst schwerwiegend und inakzeptabel, und sie dulden keinerlei Kommentar», sagte Macron während eines Staatsbesuchs in Spanien. «Sie erfordern die schärfste Verurteilung.»
Die politischen Verantwortlichen müssten klarstellen, welche politische Linie sie vertreten, welche Äusserungen sie für akzeptabel halten und welche Personen in ihrer Partei solche Äusserungen tätigen könnten, sagte Macron. Zuvor hatte das investigative Online-Portal «Mediapart» berichtet, Bardella habe sich vor Jahren deutlich antisemitisch geäussert. Der Rechtsnationale wies dies zurück.
Vorwurf des «zwanghaften Antisemitismus»
Konkret schreibt «Mediapart» von einem «zwanghaften Antisemitismus» und stützt sich dabei auf schriftliche Unterhaltungen Bardellas von 2013 bis 2015. Das Medium habe diese unabhängig authentifizieren können. Der Plattform zufolge verfasste Bardella in seinen politischen Anfangsjahren stereotype und verschwörungsideologische Nachrichten etwa über eine Kontrolle der Macht durch Juden und das Streben nach einer neuen Weltordnung. «Es handelt sich offensichtlich um plumpe Fälschungen», kommentierte Bardella die Vorwürfe.
Rund sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl kommen die Vorwürfe für das Rassemblement National äusserst ungelegen. Die Rechtsaussen-Partei hofft, mit Marine Le Pen die nächste Präsidentin Frankreichs zu stellen. Nach Vorstellung des Rassemblement National soll Bardella unter Le Pen Premierminister werden.