USA – Entertainment 22. Sep 2026

Macklemore-Affäre dreht weiter

Der Rapper Macklemore bei einem Auftritt.

Der Rapper und Patriot-Eigner Robert Kraft spenden an palästinensische Organisationen; Angriffe auf Kraft treffen nun auch dessen Gattin.  

Nachdem der Rapper Macklemore seine Ausladung von der laufenden Amerika-Tournee von Ed Sheeran aufgrund der Parole «Free Palestine» mit einer Spende über eine Million Dollar an palästinensische Organisationen quittiert hatte, zog Robert Kraft zum Feiertags-Wochenende nach. Der Eigner des Football-Clubs New England Patriots und des Gillette-Stadions in Boston hatte den entscheidenden Druck auf Sheerans Tour-Veranstalter zur Entlassung von Macklemore ausgeübt. 

Nun hat Kraft eine Spende in Höhe von zwei Millionen Dollar für «Hilfsmassnahmen im Nahen Osten» angekündigt. Er folge damit einer Bitte Sheerans, der sich auch andere Stadion-Besitzer anschliessen würden. Kraft gab zunächst nicht bekannt, an welche Organisationen die Gelder gehen sollen. Er habe diese Entscheidung jedoch bereits vor und unabhängig von Macklemores Spendenaufruf für die Palästinenser getroffen (Link).

Zudem habe er «seit Jahrzehnten Bemühungen unterstützt, Chancen für Palästinenser schaffen», etwa bei Unternehmens-Gründungen und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Recherche-Plattform «The Intercept» wirft Kraft jedoch vor, seine lange Geschichte als Spender für das israelische Militär und pro-israelische Lobbys in den USA zu verschweigen. So habe er die «Friends of the Israel Defence Forces» und das «United Democracy Project» von AIPAC zur Beinflussung amerikanischer Wahlen mit Hunderttausenden von Dollars unterstützt. Zudem habe Kraft Reisen nach Israel für ehemalige und aktuelle Football-Spieler auch zu IDF-Stützpunkten organisiert (Link).

Kraft wird zudem wegen seiner langjährigen Beziehung zu Trump als Freund und Wahlspender zur Zielscheibe einer Online-Kampagne, die auch seine Gattin Dana Blumberg ins Visier nimmt. Die Ärztin wurde von Trump Anfang 2025 in den Beirat des Kennedy Center in Washington berufen. Dort hat Blumberg gemeinsam mit anderen Mitgliedern wie Allison Lutnick und Usha Vance – Gemahlinnen des Handelsministers und Vizepräsidenten – jüngst für den Abriss des Gebäudes gestimmt (Link).

Die Nachfrage für Sheeran-Konzerte hat aufgrund der Kontroverse angeblich deutlich nachgelassen  und es sollen sogar Tickets zurück gegeben werden (Link). Der Sänger selbst hat am Wochenende am Ende eines Auftritts in Philadelphia unter Tränen erklärt, er habe nie ein politischer Kommentator sei wollen. Ihm gehe es um Einheit, nicht um Spaltung, um Menschlichkeit, nicht um Politik. Aber er wolle «zu diesem humanitären Problem nicht länger schweigen». Der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sei «schrecklich» und « das Geschehen in Gaza ist katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismässig»: Das «Ausmass der Verwüstung und der Verluste an Leben von Zivilisten und Kindern hat mir das Herz gebrochen. Und die systemische Ungerechtigkeit, die wir im Westjordanland beobachten, kann nicht sein» (Link).

Andreas Mink