USA – Politik 05. Mai 2026

Kritik an Shapiro

Josh Shapiro im Jahr 2024.

Der Demokrat und Gouverneur von Pennsylvania soll 2024 eine Kandidatin aus der eigenen Partei torpediert haben.  

Er gilt als chancenreicher Anwärter für die US-Präsidentschaft 2028 und Favorit bei seiner Neubewerbung als Gouverneur von Pennsylvania im November. Doch nun hat Josh Shapiro eine unliebsame Affäre am Hals. Demnach soll der Demokrat 2024 heimlich die Wiederbewerbung der Republikanerin Stacy Garrity als Finanzministerin des Bundesstaates unterstützt haben. Dies angeblich als Vergeltung für eine persönliche Attacke seiner Parteikollegin Erin McClelland. Shapiro gilt laut «Axios» als empfindlich und zu rauen Methoden in der Politik geneigt.

Dieses Image wurde durch Äusserungen von Bob Brooks bestätigt. Dieser bewirbt sich für ein Kongress-Mandat in Pennsylvania, steht Shapiro nahe und lies vorige Woche an einem Event mit demokratischen Studenten an der Lehigh University die Bemerkung fallen, Shapiro habe ihn in seiner Eigenschaft als Vorsitzender einer Feuerwehr-Gewerkschaft diskret aufgefordert, Garritty statt McClelland zu unterstützen. «Axios» verfügt anscheinend über eine Aufzeichnung dieser Bemerkungen, die zudem angeblich von einer bei dem Treffen anwesenden Person bestätigt worden sind.

Brooks hat angeblich dazu erklärt, Shapiro sei über einen Post von McClelland auf X vom Juli 2024 sauer gewesen, indem sie vor dem Hintergrund einer möglichen Ernennung des Gouverneurs zum Vizepräsidentschafts-Kandidaten von Kamala Harris tönt: «Ich wünsche mir einen Vizepräsidentschaftskandidaten, der selbstbewusst genug ist, um sich einer Frau unterzuordnen; der damit zufrieden ist, Vizepräsident zu sein, und nicht versucht, die Präsidentin zu untergraben, um seine eigene Wahl zu inszenieren; und der sexuelle Belästigung nicht unter den Teppich kehrt.»

Dies wiederum war eine Anspielung auf die Vorwürfe sexueller Belästigungen, die 2023 gegen einen engen Mitarbeiter Shapiros namens Mike Vereb erhoben worden waren. Vereb blieb anschliessend noch monatelang in seiner Position. Shapiros Regierung schloss letztlich einen Vergleich über 295'000 Dollar mit der Frau, welche die Vorwürfe erhoben hatte.

Garrity wurde 2024 als Finanzministerin ihres Bundesstaates wiedergewählt – und tritt in diesem Jahr selbst gegen Shapiro um das Amt des Gouverneurs an. Shapiro gilt als haushoher Favorit für einen Sieg über sie. Was den Präsidentschaftswahlkampf 2028 angeht, so dürfte Shapiros Konkurrenz die Affäre um McClellan dann wieder ausgraben. 

Sprecher von Shapiro und Brooks weisen den Bericht indes als «Versprecher» des Gewerkschafters und «unzutreffend» zurück (Link). Zu Garritys Erfolg 2024 ist zu sagen, dass Trump damals den Gliedstaat deutlich gewonnen und damit etlichen Konservativen zu Mandaten verholfen hat.

Andreas Mink