USA-Militär 02. Dez 2019

Kriegskosten seit 9-11 rund 6,4 Billionen Dollar

US-Präsident Donald Trump bei einem Blitzbesuch in Afghanistan.

Eine neue Studie der Brown University belegt bisherige und zukünftige Ausgaben für die Kriege Amerikas in Nahost und Asien.

Die amerikanischen Staatsausgaben liegen derzeit bei 4,4 Billionen Dollar jährlich. Doch seit den Attacken von 9-11 haben die USA insgesamt 5,4 Billionen Dollar für ihren «Krieg gegen den Terror» militanter Islamisten ausgegeben. Dazu kommt zukünftig mindestens eine weitere Billion Dollar allein für die Versorgung der bislang über 4 Millionen Kriegs-Veteranen in den USA.

Diese Zahlen stammen aus einer neuen Studie des «Watson Institute of International and Public Affairs» der elitären Brown University in Providence, Rhode Island. Das Institut betreibt das «Costs of War Project» unter Leitung der Politologin Neta C. Crawford, die als Leit-Autorin der Studie fungiert (Link). Demnach haben die Kriege Amerikas nach 9-11 auch 801'000 Menschenleben gefordert. 335'000 Opfer waren Zivilisten.

Das Watson Institute hat ihr Kriegskosten-Projekt gestartet, weil harte Zahlen dazu vom Pentagon oder dem Kongress kaum zu bekommen sind. Gleichzeitig haben die USA ihr militärisches Engagement laut der Studie seit Ende 2001 von Afghanistan und Pakistan über den Irak auf heute rund 80 Staaten ausgedehnt. Dazu kommen die Kosten für die Zusammenführung verschiedener Behörden neben dem Pentagon unter dem Dach des «Department of Homeland Security». Finanziert werden die Kriege und sonstigen Massnahmen aus einer Reihe von Budgets, aber auch aus Sondermitteln mit Titeln wie «für laufende Operationen». Das «Costs of Wars Project» spürt diesen Haushalts-Posten nach und erstellt auf Grundlage dieser Recherchen Berichte.

Obwohl Donald Trump als Präsident immer wieder den Abzug von Truppen gerade aus Syrien und Afghanistan anordnet, rechnet Crawford nicht mit einer tiefgreifenden Änderung in der amerikanischen Kriegsführung: Das Pentagon beziehe unter Trump steigende Budgets und habe allein deshalb kein Interesse an einer ernsthaften Reduktion militärischer Operation unter dem Zeichen des «Global War on Terror». Dessen finanzielle und – wichtiger noch – humanitären Kosten dürften deshalb noch über die in der neuen Studie notierten Zahlen hinaus steigen.

Andreas Mink