Die liberale proisraelische Lobbyorganisation J Street verschärft ihren Machtkampf mit dem einflussreichen American Israel Public Affairs Committee (AIPAC).
Ihr «Action Fund Super PAC» will drei Millionen Dollar für Wahlwerbung gegen republikanische Kandidaten ausgeben, die von AIPAC unterstützt werden. Es handelt sich um die bislang grösste Investition der Organisation und um den ersten gezielten Angriff auf von AIPAC geförderte Amtsinhaber.
Im Visier stehen der republikanische Senatskandidat Mike Collins in Georgia sowie die Kongressabgeordneten Max Miller aus Ohio, Derrick Van Orden aus Wisconsin, Ryan Mackenzie aus Pennsylvania und Mariannette Miller-Meeks aus Iowa. J Street bezeichnet sie als «AIPAC-gestützte MAGA-Extremisten» und wirft AIPAC vor, ungeeignete, antisemitische und demokratiefeindliche Politiker zu fördern, um die bedingungslose Unterstützung der Regierung von Binyamin Netanyahu zu sichern.
AIPAC wies die Kritik zurück und stellte seinerseits J Streets proisraelische Haltung infrage. Die Organisation erklärte, J Street verliere kein Wort darüber, Kandidaten zu unterstützen, die sich für Israel einsetzten.
J-Street-Präsident Jeremy Ben-Ami sprach von einer «neuen Ära». Demokratische Bewerber müssten das finanzielle Gewicht AIPACs nicht länger fürchten. Die Rivalität der beiden Organisationen spiegelt die wachsende Polarisierung innerhalb der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft wider: Während AIPAC enge und weitgehend vorbehaltlose Beziehungen zu Israel vertritt, unterstützt J Street Israel als jüdischen Staat, kritisiert jedoch Netanyahus Regierung und fordert eine diplomatische Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.