Starke Präsenz demokratischer Politiker; Delegation aus Israel; Drohung mit «zionistischer Faust» an Zohran Mamdani.
Gestern Sonntag fand die Israel Day-Parade ohne Zwischenfälle, unter besonders strikten Sicherheitsmassnahmen, erstmals seit der Inauguration 1964 jedoch ohne den amtierenden Bürgermeister entlang der Fifth Avenue in Manhattan statt. Die Veranstaltung zog erneut Tausende Teilnehmer und dazu hunderte jüdische Führungspersönlichkeiten und Vertreter der New Yorker Politik an. Neben Zohran Mamdani glänzten jedoch andere Parteilinke wie der Kongresskandidat Brad Lander und Israel-kritische Organisationen durch Abwesenheit.
Mamdani hatte seine Abwesenheit bereits im Wahlkampf angekündigt und hat Israel bekanntlich Völkermord an den Palästinensern in Gaza vorgeworfen. Er veranlasste jedoch gemeinsam mit Polizei-Chefin Jessica Tisch starke Sicherheitsmassnahmen.
Bereits am frühen Sonntagmorgen war die Politik-Prominenz zusammen gekommen, um Unterstützung für den jüdischen Staat zu bekunden. Dies angesichts rapide schwindender Sympathien für Israel speziell bei Jüngeren und einer besonders giftigen Feindseligkeit bei rechten Medien-Tribunen wie Tucker Carlson. Der demokratische Kongress-Abgeordnete Dan Goldman liegt bei Umfragen zu den Vorwahlen Mitte Juni hinter seinem Herausforderer Lander und betonte: «Ich stehe vor Ihnen als stolzer Jude und stolzer Zionist; und diejenigen von uns, die so empfinden, dürfen niemals wanken.» Gouverneurin Kathy Hochul stellte derweil neue Schutzmassnahmen gegen anti-israelische Proteste für jüdische Einrichtungen vor. Diese gehen über von Mamdani bewilligte Schritte in der City hinaus.
Auch die demokratische Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, sowie der republikanische Abgeordnete Mike Lawler – die beide ebenfalls um ihre Wiederwahl kämpfen – ergriffen bei der Veranstaltung das Wort. James bekräftigte: «Antisemitismus wird im Bundesstaat New York nicht geduldet werden – solange ich das Amt der Generalstaatsanwältin innehabe» und rief zu Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft auf. Lawler nahm den Antisemitismus sowohl auf der politischen Linken als auch auf der Rechten ins Visier und nannte dabei Tucker Carlson, Marjorie Taylor Greene, Candace Owens und Hasan Piker namentlich.
Obwohl die Veranstaltung auch durch die bislang stärkste Delegation der Knesset stärkere, politische Züge trug, als in ruhigeren Zeiten, sprach Eric Goldstein als scheidender CEO des Dachverbandes UJA-Federation of New York nach einem Dank an anwesenden Amtsträger von einer «unpolitischen Zusammenkunft». Die Parade diene dazu, «offen und öffentlich … unsere Liebe zu der einen und einzigen jüdischen Heimat zu zeigen.»
Goldstein hatte am Freitag vernichtende Kritik an Mamdani geübt und in einem offenen Brief erklärt, die Abwesenheit des Bürgermeisters sei «lediglich der jüngste Vorfall in einem Muster der Dämonisierung durch anti-israelische Rhetorik und Handlungen, das die jüdische Gemeinschaft New Yorks weiterhin einer erhöhten Gefahr aussetzt» (Link).
Noch härter fielen Attacken aus der Knesset-Delegation aus. Sprecher Amir Ohana warf Mamdani vor, «auf verabscheuungswürdige Weise die Flammen des Hasses gegen Israel und seine jüdischen Einwohner in dieser Stadt zu schüren». Der Likud-Politiker versprach: «Sie werden uns nicht einschüchtern. Der Versuch, unsere Verbindung zu diesem Ort mittels Lügen und Gewalt zu kappen, wird scheitern und hier wie überall auf eine kraftvolle, geeinte zionistische Faust treffen.»
Ohana sah sich nach durch Mamdanis Boykott der Parade veranlasst habe, die Knesset-Delegation personell aufzustocken und persönlich an der Veranstaltung teilzunehmen – mit dem Ziel, «eine vollkommene und kompromisslose Einigkeit hinsichtlich der Stärke Israels gegenüber seinen Feinden im In- und Ausland zum Ausdruck zu bringen.» Die Oppositionspolitikerin Meirav Ben Ari stimmte ein: «Gerade in Zeiten wie diesen ist unsere Präsenz hier wichtiger denn je.» Mamdanis Abwesenheit mache es um so notwendiger, «eine entscheidende Botschaft auszusenden: Die Unterstützung für Israel hat oberste Priorität» (Link)