Teheran 28. Jan 2026

Iran exekutiert erneut mutmasslichen Mossad-Agenten

Aufnahme aus Teheran Anfang Januar. 

Der Iran hat erneut einen mutmasslichen Spion für den israelischen Geheimdienst hingerichtet. Nach Angaben des Justizportals Misan wurde das Todesurteil nach Bestätigung durch den Obersten Gerichtshof vollstreckt.

Laut Justiz soll der Mann vom israelischen Auslandsgeheimdienst im Internet angeworben worden sein und Informationen über das Land gesammelt haben. Er soll zudem auch Fotos und Videos übermittelt haben. Diese Gründe waren zuvor bei anderen Todesstrafen angeführt worden.
Nach den israelischen Militärangriffen gegen den Iran im Juni 2025 gab es landesweit Festnahmen wegen angeblicher Spionagetätigkeit. In diesem Zusammenhang sollen den Angaben zufolge bereits mindestens zehn Menschen exekutiert worden sein.
Nach Darstellung der iranischen Regierung und Justiz steckt Israel gemeinsam mit den USA hinter den jüngsten politischen Unruhen. Auch in diesem Kontext wurden bereits mehrere Menschen festgenommen. Die Justiz schliesst Todesurteile nicht aus.
Die landesweiten Proteste im Iran mit Tausenden Toten waren Ende Dezember ausgebrochen. Auslöser war eine schwere Wirtschaftskrise. Am 8. und 9. Januar kam es dann zu Massenprotesten. Sicherheitskräfte schlugen sie brutal nieder. Aktivisten haben nach eigenen Angaben verlässliche Informationen über Tausende Tote.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit langem den massiven Einsatz der Todesstrafe im Iran. Sie werfen den Behörden vor, Hinrichtungen vor allem als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mehr als 2000 Menschen hingerichtet – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Andere iranische Aktivisten beziffern die Zahl der Hinrichtungen im Jahr 2025 auf mehr als 1500.
 

Redaktion