USA 05. Okt 2026

Holocaustüberlebende Irene Butter gestorben

Irene Butter ist im Alter von 95 Jahren verstorben.

Die Holocaustüberlebende und Zeitzeugin Irene Butter ist am Freitag im Alter von 95 Jahren in den USA gestorben.

Sie starb im Kreise ihrer Familie und Freunde, wie ihre Agentin Mary Bisbee-Beek dem NDR bestätigte. Jahrzehntelang berichtete Butter insbesondere Schülerinnen und Schülern über die nationalsozialistische Verfolgung.  

1930 als Irene Hasenberg in Berlin geboren, floh sie 1937 mit ihrer jüdischen Familie nach Amsterdam. Dort lebte sie im selben Viertel wie Anne Frank. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande wurde die Familie 1943 zunächst ins Durchgangslager Westerbork und später nach Bergen-Belsen deportiert. Dort begegnete Butter Anne Frank erneut. Ecuadorianische Pässe, die ihr Vater beschafft hatte, ermöglichten schliesslich die Freilassung im Rahmen eines Gefangenenaustauschs. Ihr Vater überlebte die Folgen der Lagerhaft nicht. Über Algerien gelangte Butter später in die USA, wo sie Wirtschaftswissenschaften studierte und Professorin an der Universität Michigan wurde.  

Nach Jahrzehnten des Schweigens begann Butter, öffentlich über ihre Verfolgung zu sprechen. Für ihre Bildungsarbeit erhielt sie 2024 das Bundesverdienstkreuz. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte sie als «beeindruckende Stimme der Erinnerung» und «unermüdliche Kämpferin für den Frieden». Ihr Einsatz habe Aufklärung und Verständigung gedient.  

Redaktion