NEW YORK 05. Aug 2022

Holocaust-Forschung

Claims Conference bietet Universitäten Unterstützung an.

Die jüdische Dachorganisation schreibt erneut die «Saul Kagan Fellowship» aus und will in Osteuropa Dozenten-Stellen für die Erforschung der Schoah finanzieren.
Seit ihrer Gründung 1951 vertritt die «Conference on Jewish Material Claims Against Germany» (Claims Conference, JCC) als Dachverband der Diaspora materielle Ansprüche von Nazi-Opfern gegenüber Deutschland. Die Organisation hat dabei etwa 80 Milliarden Dollar an Entschädigungsleistungen ausgehandelt oder aus dem Verkauf einstmals jüdischen Eigentums in Deutschland erzielt, dessen Rückgabe die JCC erwirken konnte. Während diese Mittel ganz überwiegend an individuelle Opfer und Hilfsorganisationen verteilt wurden, hat die JCC auch stets akademische und kulturelle Zwecke unterstützt.
Die Organisation setzt diese Tradition seit einigen Jahren mit Stipendien fort, die nun im Rahmen eines «University Partnership Program in Holocaust Studies» geleistet werden. Dabei richtet sich die JCC an Universitäten in Osteuropa, die gut etabliert sind und im Rahmen eines Geschichts- oder anderen geisteswissenschaftlichen Seminars bereits Kurse in Holocaust-Studien abhalten.
Dafür will die JCC im Studienjahr 2023-24 Zuschüsse von maximal 30.000 Dollar für eine volle Stelle leisten, die der Erforschung der Schoah im Rahmen von Bachelor- und Master-Abschlüssen dient. Die JCC bindet dies an den Wunsch, über die entsprechenden Kurse und das Lehrpersonal entscheiden zu können. Der Zuschuss ist als Anschubfinanzierung für die Einrichtung fester Stellen in Holocaust-Studien gedacht.
Daneben vergibt die JCC im gleichen Zeitraum Stipendien in Höhe von 30.000 Dollar für Graduierte und Doktoranden im Rahmen der «Saul Kagan Claims Conference Fellowship for Advanced Shoah Studies», um die Erforschung der Schoah und das Gedenken an den Holocaust weltweit zu stärken.

Andreas Mink