Larry David eckt mit Satire über Demokratische Sozialisten an.
Bei dem letzten seiner seltenen Ausflüge in die Politik hat Larry David im April 2025 den Talk-Show-Moderator Bill Maher aufs Korn genommen, der sich begeistert über ein Dinner mit Trump geäussert hatte (Link).
Nun eckt der 79-jährige Co-Erfinder von «Seinfeld» mit einer Satire auf die «Democratic Socialists of America» (DSA) auf der Plattform «Airmail» an (Link). Er folgt dem Vorbild von Jonathan Swift und bietet ein Dutzend «bescheidener Vorschläge» für das Manifest der DSA an. David greift zentrale Anliegen wie die – von einigen Linken geforderten – Abschaffung von Sicherheitskräften auf: «In unserem sozialistischen Amerika wird jeder Mensch geistig und finanziell so erfüllt sein, dass die Polizei drastisch verkleinert werden kann – ihre einzige Aufgabe wird dann im Schlichten häuslicher Streitigkeiten bestehen.» Dazu sollen Stände auf lokalen Bauernmärkten dienen, «an denen die Beamten eheliche Konflikte auf eine bodenständige, `direkt vom Erzeuger´-Art beilegen».
Etwas origineller sind Ideen wie bezahlter Urlaub bei Verlust eines Haustieres; eine Verpflichtung für Arbeitgeber, Schlafgelegenheiten für zwei tägliche Siestas bereitzustellen oder die Erlaubnis für Menschen, die sich als Tiere identifizieren, ihr Geschäft zu verrichten, «wo immer sie wollen». Politisch brisanter – und mit Anklängen an Episoden seiner Serie «Curb Your Enthusiasm» – ist die Forderung nach einer Wiedergutmachung, bei der Weisse als Sklaven für schwarze Familien dienen müssten.
Dann steigt David in die hitzigste Debatte unter Demokraten ein, nämlich die über die Grenze zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus: Juden dürften sich künftig nicht mehr als «das auserwählte Volk» bezeichnen, sondern stattdessen als «das Bagel-Volk». Zudem bietet er eine eigene Zwei-Staaten-Lösung an: «Die Palästinenser sollten das gesamte derzeit von Israel besetzte Gebiet erhalten, während Israel die Pitcairn-Insel im Südpazifik bekommt – dort ist das Wetter herrlich und es gibt reichlich Grapefruits.» Die «Bagel-Leute» würden dort – dem Schauplatz der legendären «Meuterei auf der Bounty» – sehr glücklich sein.
Die DSA haben sich anhin nicht zu dem Manifest geäussert. Aber auf Social Media findet David wenig Zustimmung: er sei kaum noch auf auf der Höhe seines komödiantischen Schaffens, womöglich ein Rassist, aber ziemlich sicher zu alt, um breites Interesse zu finden (Link).
Wie es darum steht, dürfte der Absatz der nun erschienen David-Bio «Emperor of Nothing» von Blake Harris zeigen.