Folge von Vergewaltigungs-Vorwurf gegen den linken Aussenseiter in Maine.
Wie seit Montag erwartet, hat Graham Platner Mittwochnacht seinen Wahlkampf ausgesetzt und seine Kandidatur als Demokrat für den US-Senat in Main aufgegeben. Er stand unter massivem Druck aus allen Lagern seiner Partei, nachdem eine Frau Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn erhoben hatte.
Damit haben die Demokraten zumindest eine Chance in einem der wichtigsten Senatswahlkämpfe des Jahres. Ohne einen Sieg in Maine über die republikanische Senatorin Susan Collins kann die Partei bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheit im Senat kaum zurückzuerobern.
Die Demokratische Partei von Maine wird baldigst einen Parteitag abhalten, um bis zum 27. Juli – der gesetzlich vorgeschriebenen Frist – einen neuen Kandidaten zu nominieren. Zahlreiche Politiker aus Maine, darunter auch einige, die in diesem Jahr bei Vorwahlen für andere Ämter unterlegen waren, haben Interesse an einer Kandidatur bekundet.
Platner hat am Mittwochabend ein Video auf sozialen Medien veröffentlicht, wo er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als falsch bezeichnet: «Wir stellen die Wahlkampfaktivitäten ein». Dies sei kein Schuldeingeständnis: «Wir tun dies nicht wegen der Vorwürfe, sondern wegen der Strukturen, die uns von den Machthabern entzogen werden. Zudem empfinde ich eine enorme Verantwortung gegenüber all jenen, die so hart dafür gearbeitet haben, uns dorthin zu bringen, wo wir heute stehen.»
Der Sinn dieser Aussage bleibt dunkel. Aber seit am Montag ein detaillierter Vergewaltigungs-Vorwurf gegen Platner bekannt wurde, kollabiert die Senatskampagne des linken Aussenseiters. Zunächst hatten ihn führende Demkoraten wie Chuck Schumer zur Aufgabe seiner Kandidatur aufgerufen, die Platners links-populistische Rhetorik ohnehin mit grosser Skepsis notiert hatten. Denn der 41-jährige Ex-Marine und Austernzüchter trat gegen die 73-jährige Republikanerin Collins an, die Main seit 1997 in Washington repräsentiert und immer wieder starke Herausforderungen überstanden hat.
Am Dienstag folgten führende Linksliberale in Serie, darunter auch die wichtigsten Unterstützer von Platner: Bernie Sanders, Zohran Mamdani und die Senatorin Elizabeth Warren. Sanders erklärte: «Ich habe mit Graham Platner über den besten Weg für Maine gesprochen. Angesichts dieser sehr schwerwiegenden Anschuldigungen habe ich ihm geraten, zurückzutreten.» Daneben sprangen wichtige Spender auf der Linken ab. Laut Medienberichten rangen Progressive und Moderate in der Partei bereits um die Nachfolge, noch bevor Platner offiziell seinen Rückzug erklärt hat (Link).