Gaza-Krieg 14. Mai 2024

Geringes Interesse am Konflikt

Umfrage unter US-Studenten zeigt schwache Beteiligung an Protesten.

Wie repräsentativ die Umfrage ist, scheint unklar. Aber laut einer Erhebung von Axios und dem auf jüngere Bürger spezialisierten Institut New Generation Lab könnte die Biden-Regierung aufatmen. Denn das israelische Vorgehen im Gaza-Krieg und die amerikanische Unterstützung dabei hat laut dieser aktuellen Umfrage nur eine geringe Bedeutung für die grosse Mehrheit von Studierenden: demnach waren nur acht Prozent von ihnen persönlich an Protesten und Demonstrationen auf beiden Seiten der Kontroverse beteiligt. Und unter neun politischen Themen wie Gesundheits-, Bildungs-, Klima- oder Sicherheitspolitik rangiert der Gaza-Krieg ganz unten mit einem Interesse von 13 Prozent. 

Zudem machen Studierende eher die Hamas für den aktuellen Konflikt verantwortlich als Joe Biden oder Israel. Etwa 34 Prozent geben der Hamas die Schuld, während 19 Prozent den israelischen Premier Binyamin Netanyahu, 12 Prozent das israelische Volk und ebenso viele den US-Präsidenten beschuldigen. Eine grosse Mehrheit (81 Prozent) der Studierenden hält es für angebracht, Demonstranten für Sachschäden oder die illegale Besetzung von Uni-Gebäuden zur Verantwortung zu ziehen. Zwei Drittel lehnen die Besetzung von Gebäuden ab und knapp drei Fünftel halten es für inakzeptabel, die Anordnung einer Universität zur Auflösung von Protest-Dörfern abzulehnen. Weitere 90 Prozent halten es für inakzeptabel, jüdischen oder pro-israelischen Studenten Zugang zu Teilen eines Campus zu verweigern, dies geschah an Protest-Dörfern. 

Allerdings überwiegen insgesamt Sympathien für die Palästinenser: 45 Prozent von Studierender unterstützen deren Sache mehr oder weniger stark. 30 Prozent waren neutral und ein knappes Viertel war kritisch eingestellt. Bemerkenswert ist zudem, dass eine Mehrheit von 58 Prozent der anti-Israel-Demonstranten oder deren Sympathisanten Freundschaften mit Unterstützern Israels nicht mehr für denkbar halten. Bei pro-israelischen Studierenden halten zwei Drittel die Teilnahme von Protesten gegen den jüdischen Staat jedoch nicht für einen Grund, Freundschaften aufzukündigen (Link).

Andreas Mink