Betlehem 22. Jan 2026

Fussballfeld gerettet

Internationale Verbände stoppen Abriss eines Fussballfeldes im Westjordanland.   

Nach massivem internationalen Druck haben die israelischen Streitkräfte (IDF) den geplanten Abriss eines Fußballplatzes im palästinensischen Aida-Flüchtlingslager nahe Bethlehem vorerst ausgesetzt. Hintergrund ist eine Intervention der internationalen Fußballverbände FIFA und UEFA, die das Vorgehen Israels deutlich kritisierten und Gespräche mit israelischen Behörden führten. 
Der Platz, der von hunderten Kindern und Jugendlichen regelmäßig genutzt wird, sollte ursprünglich Ende Dezember 2025 auf Anordnung des Militärs zerstört werden. Die IDF begründete den Abriss mit fehlenden Baugenehmigungen und Sicherheitsbedenken entlang der nahegelegenen Sperranlage zwischen Westjordanland und Israel. 
In der Folge starteten lokale Aktivisten sowie internationale Unterstützer eine Kampagne, in deren Rahmen Vertreter der FIFA und der UEFA in direkte Gespräche mit israelischen Stellen eintraten. Demnach hat der UEFA-Präsident Aleksander Čeferin wiederholt mit Vertretern des israelischen Fußballverbands und anderen Verantwortlichen telefoniert. Auch FIFA-Offizielle sollen sich eingebracht haben, unter anderem durch Kontakte zur Schweizer Regierung, wo beide Verbände ihren Sitz haben. 
Als unmittelbare Folge wurde der Abriss offiziell als „nicht dringend“ eingestuft und auf unbestimmte Zeit verschoben. Schweizer Diplomaten sowie palästinensische Vertreter begrüßten die Entscheidung als Zwischenerfolg, betonten jedoch, dass der Platz weiterhin nicht dauerhaft geschützt sei. 
Kritiker sehen im Fall ein Politikum: Die Debatte um den Erhalt des Fußballfeldes hat sich zu Symbol für die wachsenden Spannungen um zivile Infrastruktur im Westjordanland ausgeweitet. Menschenrechts- und Sportorganisationen warnen, dass der Verlust solcher Freiräume für Kinder und Jugendliche gravierende soziale Folgen haben könne. Zugleich wächst der internationale Druck auf die FIFA und UEFA, im Umgang mit Israel strengere Richtlinien zu verfolgen. 

Redaktion