USA – Medien 06. Mai 2026

Fünf Grossverlage klagen gegen Meta und Zuckerberg

Vorwurf der Urheberrechtsverletzung durch KI-Programme.  

Die Grossverlage Hachette, Macmillan, McGraw Hill, Elsevier und Cengage haben Dienstagfrüh am US-Bezirksbericht für den südlichen Bezirk von New York im Verein mit dem Bestsellerautor Scott Turow eine Sammelklage wegen Urheberrechtsverletzung gegen Meta und dessen Gründer und CEO Mark Zuckerberg eingereicht. Die Kläger wollen unter anderem erwirken, dass Meta sämtliche illegal erworbenen Kopien der Werke ihrer Autoren vernichtet, die für KI-Programme genutzt worden seien.

Die Klageschrift wirft Meta und Zuckerberg vor, Millionen urheberrechtlich geschützter Werke illegal genutzt zu haben, um ihr KI-Programm «Llama» zu trainieren. Zudem habe Meta Urheberrechtsvermerke sowie andere urheberrechtliche Informationen aus diesen Werken entfernt. Ingenieure von Meta hätten beim Training des Programms Raubkopien von Büchern und Fachartikeln genutzt. Diese unlizenzierten Kopien seien über Websites wie «Anna’s Archive» und Piraterie-Seiten wie LibGen und Sci-Hub heruntergeladen worden. Zuckerberg habe «die Rechtsverletzung persönlich autorisiert und aktiv gefördert».

Ein Meta-Sprecher wies diese Vorwürfe gegenüber der «New York Times» entschieden zurück. Gerichte hätten bereits entschieden, «dass das Training von KI auf urheberrechtlich geschütztem Material als `Fair Use´ (zulässige Nutzung) gelten kann.» Die Kläger stellen das KI-Programm von Meta als Bedrohung für die Existenzgrundlage von Autoren und Verlagen dar. Denn die Technologie werde bereits dazu genutzt, rasch von einer KI generierte Nachahmungsbücher zu erstellen und die Handlung sowie Themen urheberrechtlich geschützter Bücher so detailliert zusammenzufassen, dass die Leser diese nicht mehr kaufen müssten: «Diese von KI generierten Bücher fluten bereits den weltweit grössten Buchmarktplatz – Amazon – in einem Ausmass, das die von Menschen verfassten Werke massiv verdrängt», so die Klageschrift. 

Die Klage führt Argumente an, die angeblich direkt aus Llama stammen: Das Programm sei aufgefordert worden, einen Reiseführer im Stil der Autorin Becky Lomax zu verfassen und habe im Handumdrehen «eine überzeugende Wiedergabe von Lomax’ lokaler Insider-Stimme produziert.» Auf die Frage, wie eine derart präzise Kopie von Lomax’ Stil möglich sei, habe Llama erwidert: «Obwohl ich keine persönlichen Interaktionen mit Becky Lomax habe, wurde ich auf einer riesigen Menge an Textdaten trainiert – einschliesslich ihrer veröffentlichten Werke».

Autoren haben bereits Klagen gegen Technologieunternehmen wie OpenAI, Anthropic, Google und xAI eingereicht, da diese ihre Werke unerlaubt für KI genutzt haben. Im vergangenen Herbst ging Anthropic eine Vergleichszahlung in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar an Autoren ein, deren Bücher für das Training des KI-Programms des Unternehmens verwendet worden waren. Allerdings hat ein Gericht vor einem Jahr bei einer vorherigen Klage von Autoren gegen Meta entschieden, die Kläger hätten keine hinreichenden Beweise dafür vorgelegt, dass Metas KI-Produkt durch die Erzeugung einer Flut von KI-generierten Büchern eine «Marktverwässerung» herbeiführe (Link).

Andreas Mink