Konsequenz der Kontroverse um Tucker Carlson und Nick Fuentes.
Wie die konservative Plattform «Newsmax» vermeldet, haben über als 60 leitende Mitarbeiter, Stipendiaten und Analysten die Heritage Foundation im Zuge der durch die Unterstützung des Stiftungs-Präsident Kevin Roberts für Tucker Carlson ausgelösten Krise im Spätherbst verlassen. Roberts hatte sich geweigert, seinen Freund Carlson für dessen Podcast-Interview mit dem bekennenden Hitler-Fan und Antisemiten Nick Fuentes zu verurteilen.
Dabei stand Heritage eigentlich auf einem Zenith an Einfluss in Washington und weit darüber hinaus. Denn Roberts hatte im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2024 gemeinsam mit rechten Ultras wie Russell Vought die Erarbeitung des über 900 Seiten starken Konzept-Papiers «Project 2025» geleitet, das als Grundlage der radikalen Verwandlung der USA in ein autoritäres Systemunter Trump gilt.
Doch seitdem Roberts sich hinter Carlson gestellt hat, halten Abgänge an. Zuletzt hat der Politikexperte Andrew Hale die Heritage Foundation verlassen: «Ich kann mit politischen Veränderungen umgehen, aber was ich nicht tolerieren kann, ist die Duldung oder das Übersehen von Antisemitismus oder irgendeiner Form von Bigotterie», so Hale gegenüber «Jewish Insider».
Roberts hatte betont, die Stiftung werde Carlson wegen des Interviews nicht «ausgrenzen, und bezeichnete Carlsons Kritiker als Teil einer «bösartigen Koalition», die ihn zum Schweigen bringen wolle. Heritage werde trotz Kritik stets zu Freunden stehen. Später wurde bekannt, dass Heritage die Podcasts von Carlson mit knapp einer Million Dollar gesponsert hatte. Roberts ruderte zwar Tage später zurück und erklärte an einer Mitarbeiterversammlung, er habe «einen Fehler gemacht» und sich in der Wortwahl vergriffen. Details dazu blieb er jedoch schuldig.
Neben nun mindestens 60 Kündigungen wächst anscheinend die Unruhe bei wichtigen Spendern, die bereits Unterstützungen gekürzt oder eingestellt haben. Heritage ist daher für laufende Kosten angeblich zunehmend auf das Stiftungsvermögen von geschätzt über 300 Millionen Dollar angewiesen.
Von der Krise bei Heritage scheint die von ex-Vizepräsident Mike Pence gegründete Denkfabrik «Advancing American Freedom» (Link) zu profitieren, die bereits über 20 ehemalige Heritage-Mitarbeiter eingestellt hat (Link).