Kanada 25. Jun 2026

Druck wegen Nakba-Ausstellung

Das nationale Menschenrechtsmuseum in Winnipeg steht kurz vor der Eröffnung der Ausstellung «Palestine Uprooted: Nakba Past and Present» am 27. Juni und sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt.

Die Ausstellung thematisiert die Flucht und Vertreibung von Palästinensern im Zusammenhang mit dem Krieg von 1948 sowie deren Folgen bis in die Gegenwart. Das Museum betont, die Schau sei gemeinsam mit Wissenschaftlern, Künstlern und Vertretern der betroffenen Gemeinschaften entwickelt worden. 
Jüdische Organisationen in Kanada und Israel werfen dem Museum vor, eine einseitige politische Darstellung zu fördern. Die israelische Organisation Shurat HaDin drohte mit rechtlichen Schritten und fordert eine unabhängige historische Überprüfung. Auch die kanadische Lobbyorganisation CIJA kritisiert, die Erfahrungen jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Ländern würden ausgeblendet. 
Die Kontroverse hat inzwischen personelle Folgen: Der Museumsverwalter Marc Berlin trat aus Protest gegen die Ausstellung zurück. Kritiker befürchten, die Schau könne Spannungen verschärfen und antisemitische Ressentiments fördern. 
Das Museum weist die Vorwürfe zurück. Es betont, dass die Ausstellung Teil seines Auftrags sei, Menschenrechtsverletzungen aus unterschiedlichen Perspektiven sichtbar zu machen. Unterstützer der Schau sehen die Kritik als Versuch, die palästinensische Erfahrung aus dem öffentlichen Gedächtnis auszuschliessen. 

Redaktion