Wahlen 09. Mär 2026

Jüdische Kandidaten im Gemeinderat gewählt

Zürich hat gewählt

Bei den Zürcher Gemeindewahlen behalten die linken Parteien ihre knappe Mehrheit. Unter den gewählten Gemeinderäten sind auch jüdische Kandidaten.

Bei den kommunalen Wahlen in der Stadt Zürich haben die linken Parteien ihre knappe Mehrheit im Gemeinderat verteidigt. Die SP ging mit einem deutlichen Stimmenzuwachs als stärkste Kraft hervor und verfügt neu über 41 Sitze. FDP und SVP konnten ebenfalls zulegen, während die Grünen und die GLP Sitze verloren. Die EVP scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde und ist künftig nicht mehr im Parlament vertreten. Insgesamt halten die linken Parteien weiterhin eine knappe Mehrheit mit 63 Sitzen.

Im Rennen um das Stadtpräsidium erreichte im ersten Wahlgang niemand das absolute Mehr. SP-Kandidat Raphael Golta liegt mit 30’144 Stimmen vorne, gefolgt von FDP-Kandidat Përparim Avdili und SVP-Kandidat Ueli Bamert.

Unter den jüdischen Kandidaten wurden drei FDP-Politiker in den Gemeinderat gewählt beziehungsweise bestätigt: Alex Guggenheim (2’935 Stimmen), Jehuda Spielman (3’323 Stimmen) und Anthony Goldstein (2’869 Stimmen). Ebenfalls gewählt wurde die jüdische SP-Kandidatin Adina Rom (5’119 Stimmen). Der bisherige GLP-Gemeinderat Ronny Siev wurde hingegen abgewählt. Er schrieb nach der Wahl, dass die GLP-Fraktion damit künftig «keine jüdischen Mitglieder mehr haben» werde und zeigte sich besorgt darüber, dass die Bekämpfung des Antisemitismus in der Politik damit noch weniger Gewicht erhalten könnte. Nicht gewählt wurden zudem Liya Bruman und Micha Schächter (beide GLP) sowie Elias Leo Pernet (FDP).

Auch ausserhalb der Stadt Zürich gab es ein jüdisches Wahlergebnis: In Uitikon (ZH) wurde der FDP-Politiker Ron Weinstock erneut in den Gemeinderat gewählt (1’368 Stimmen).

Für Aufsehen sorgten zudem die Wahlen in Illnau-Effretikon: Die SP-Politikerin Regula Hess wurde trotz ihres Parteiausschlusses wegen antisemitischer Online-Beiträge erneut ins Stadtparlament gewählt.

Emily Langloh