Scharfe Worte des Netanyahu-Vertrauten Amit Segal.
Als Chefanalyst des israelischen Senders «N12» gilt Amit Segal als Vertrauter von Binyamin Netanyahu. Kritiker bezeichnen ihn gar als «Sprachrohr» des Premiers. Von daher erhält eine aktuelle Kolumne Segals zu dem jüngsten Schlagabtausch zwischen Israel und Iran einiges Interesse. Segal findet die Motive Teherans in einer «mangelnden Kampfbereitschaft» der Amerikaner: «Zwei Monate, in denen die USA Schwäche zeigten und blind auf einen Deal fixiert waren, haben uns genau an diesen Punkt geführt.»
Auf Verhandlungen erpicht, habe Washington auf Drohnen- und Raketenangriffe Irans gegen Golfstaaten nicht reagiert und damit iranische Aggressionen ermutigt: «…dies gipfelte in dem enormen Druck, Israel von einem Schlag gegen Beirut abzuhalten, sowie in der Erzwingung eines überstürzten, brüchigen `Waffenstillstands´ im Südlibanon» in der vergangenen Woche.
Segal kritisiert Trump auch direkt für seine «Botschaft von Montagfrüh via Fox News an Teheran: `Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht jetzt – kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schliesst ein Abkommen.´» Damit wärme Trump jedoch nur leere Warnungen Joe Bidens an den Iran vom April 2024 auf, die Teheran nicht beeindruckt hätten.
Trump hat derweil am Montagnachmittag in Washington gegenüber dem «Axios»-Reporter Barak Ravid erklärt, er habe Netanyahu zuvor nach den israelischen Angriffen vom Sonntag erneut gewarnt: «Wenn du weiter Krieg mit Iran willst, findest du dich womöglich bald auf einsamem Posten». Angeblich war Trump über die erste Runde von Angriffen von Netanyahu informiert worden und hatte diese hingenommen.
Nach Informationen über einer weitere, stärkere Welle habe er Netanyahu jedoch erneut angerufen und von geplanten Attacken abgehalten. Als Grund gab Trump gegenüber Ravid auch Forderungen von «fünf Golf-Staaten» an, die ein neues Aufflammen des Krieges und damit auch erneute Angriffe Irans vermeiden wollten (Link).