ISRAEL-GAZASTREIFEN 05. Aug 2022

Demonstration gegen den Jihad

Israels Verteidigungsminister gibt keine Entwarnung.

Wegen israelischer Blockade vedienen Gaza-Palästinenser nichts mehr.

Ein nicht alltägliches Bild bot sich im Gazastreifen in der Nacht zum Donnerstag. Zehntausende Palästinenser gingen auf die Strasse und demonstrierten. Ihre Wut richtete sich in erster Linie aber nicht wie sonst üblich gegen die Israeli, sondern gegen die Terrorbewegung des Palästinensischen Islamischen Jihads. Wegen der Drohungen des Jihads gegen Israel aufgrund der Verhaftung von dutzenden seiner Mitglieder, könnten sie die blockierten Übergänge nach Israel nicht passieren, so die Demonstranten. Deshalb würden sie tagtäglich ihr bitter nötiges Arbeitseinkommen verlieren, und die Familienmitglieder zu Hause würden hungern. An diesem Zustand ändert sich vorläufig offenbar nichts, denn Israel will vorderhand an den Sicherheits- und Wirtschaftsmassnahmen gegen den Gazastreifen festhalten. Die Gefahr palästinensischer Vergeltungsaktionen sei noch nicht vorüber, hiess es in Jerusalem. Die palästinensische Zivilbevölkerung, die um ihr regelmässiges Einkommen fürchtet, hat unter den Entscheidungen der Terroristen und Politikern zu leiden. Dass gleichzeitig auch das Leben der Israeli in den Siedlungen rund um den Gazastreifen alles andere als normal ist, ist eine andere Sache. Und Verteidigungsminister Benny Gantz hat mit seiner Feststellung wohl recht: Solange der Normalzustand in den israelischen Ortschaften jenseits der Grenze nicht wieder hergestellt sei, würde das auch für die Bevölkerung des Gazastreifens nicht geschehen.

Jacques Ungar