USA – Wahlen 04. Nov 2026

«Blaue Welle» bricht konservative Hochburgen

Wählende Amerikaner am Dienstag. 

Historische Erfolge der Demokraten bei Midterms.  


Vor Mitternacht wird bei den Zwischenwahlen in den USA eine historische Niederlage der Republikaner selbst in Hochburgen wie Kansas, Iowa, South Carolina und Texas erkennbar, die Trump 2024 mit bis zu 18 Prozent Vorsprung gewonnen hatte. Nun ist der Präsident aufgrund der vom Iran-Krieg weiter aufgeheizten Steigerung von Kraftstoffpreisen und Lebenshaltungskosten generell fast landesweit bei Sympathiewerten tief eingebrochen. 

Bemerkenswert an dieser Nacht ist nicht zuletzt, dass Trump die Ergebnisse nicht anficht, sondern sich zumindest bislang auf seiner Plattform selbst lobt (Link) und gegen seinen Haussender Fox News wütet (Link).

Traditionelle Wählergruppen der Demokraten wie Jüngere, Latinos und Schwarze waren aufgrund der Inflation unter Biden/Harris 2024 zu Trump gewechselt und haben nun erneut in einer massiven Wende demokratisch gewählt. Spannend dabei: selbst beim harten Kern seiner Basis, Weissen ohne höhere Bildung – sind die Republikaner nach zehn Jahren im Banne Trumps von 61 zu 38 Prozent auf nun 54 zu 46 Prozent eingebrochen (Link). 

Vor allem bei Latinos kam als Motiv eine tiefe Empörung über das brutale und willkürliche Vorgehen der Grenzpolizei ICE gegen diese Gemeinschaften hinzu. Afroamerikaner im Süden machten dagegen aus Widerwillen gegen die Neuzuschneidung von Wahlkreisen durch konservative Gliedstaats-Parlamente zu ihren Lasten mobil. Dieser «Blacklash» trug mit zu dem erstaunlichen Erfolg der Demokratin Annie Andrews in South Carolina bei, während die progressive Schwarze Angie Nixon im tief-konservativen Florida bis auf drei Prozent an die Republikanerin Ashley Moody herankam.

Andreas Mink