USA – Wahlen 04. Nov 2026

Starke Resultate auch für jüdische Linksliberale

Jon Ossoff hat in Georgia für die Demokraten siegen können. 

Erdrutsch-Sieg für Jon Ossoff in Georgia heizt Präsidentschafts-Spekulationen weiter an; bedrohte Mandate in Florida bewahrt.  

Bemerkenswert an einer Flut von Ergebnissen ist, dass jüdische Linksliberale vor allem in Florida die von Republikanern durch eine forcierte Neuzuschneidung von Wahlkreisen aufgestellten Hürden souverän überwinden konnten. Neben Lois Frankel im 23. Bezirk haben mit Debbie Wasserman Schultz im 20. und Jared Moskowitz im 25. Bezirk zwei prominente, pro-israelische Stimmen ihre Sitze gehalten. Daneben vermochte Elaine Luria in Virginia ihr Mandat im 2. Bezirk zurück zu erobern, dass sie vor vier Jahren verloren hatte. 

Gleichzeitig könnte in Ohio der durch schwere Missbrauchsvorwürfe seiner geschiedenen Frau belastete Kongressabgeordnete Max Miller seinen Sitz im 7. Wahlkreis an den Demokraten Brian Poindexter verlieren. Hier steht auch die jüdische Demokratin Amy Acton vor einem Erfolg über den Hindu Vivek Ramaswamy im Gouverneurs-Rennen.

Gleichzeitig zementiert diese Wahlnacht den Star-Status von Jon Ossoff aus Georgia. Der 39-Jährige aus Atlanta hat sein dortiges Senatsmandat Anfang 2021 in einer Stichwahl mit 55.000 Stimmen Vorsprung denkbar knapp gewonnen. Gestern Dienstag erzielte er einen noch vor wenigen Monaten unvorstellbaren 18-Punkte-Sieg mit rund 700.000 Stimmen Vorsprung.

Ossoff hat es wie kaum ein anderer Demokrat verstanden, die grossen Themen Lebenshaltungskosten, Bedrohung der amerikanischen Demokratie durch Trump und die Korruption des Präsidenten und in dessen Umfeld auf bürgernahe Weise zu kombinieren und zu vermitteln. Kein Wunder also, dass Ossoff nun verstärkt als Präsidentschafts-Kandidat für 2028 gerühmt wird (Link).

Andreas Mink