RUSSLAND 06. Dez 2018

Beschränkte Zustimmung zur Operation «Nord-Schild»

Der Blick durch ein Fernglas zeigt die Grenzmauer zwischen Israel und Libanon an genau der Stelle, wo die Hizbollah einen Tunnel graben wollte, der zu Wochenbeginn entdeckt wurde.

Moskau ruft zur allgemeinen Zurückhaltung auf.

Maria Zakharova, die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, brachte am Mittwoch die stillschweigende Zustimmung ihrer Regierung zur israelischen «Operation Nord-Schild» zum Ausdruck. Mit diesem Unternehmen bemühen die IDF sich bekanntlich darum, die über die Grenze nach Israel vorangetriebenen Offensivtunnels aufzudecken und zu zerstören. Gleichzeitig rief die Sprecherin beide Seiten zur grössten Zurückhaltung auf, um eine Eskalation der ohnehin schon volatilen Situation an der libanesisch-israelischen Grenze zu verhindern. «Wir zweifeln Israels Recht nicht an, seine nationale Sicherheit zu gewährleisten, was auch das Recht einschliesst, wen auch immer daran zu hindern, in das Land einzudringen», sagte Frau Zakharovan vor Journalisten an ihrem wöchentlichen Briefing. Gleichzeitig brachte sie die Hoffnung zum Ausdruck, dass keine zu diesem Zweck unternommenen Handlungen im Konflikt stehen würden mit Resolution 1701 des Uno-Sicherheitsrats. Diese Resolution definiert das Verhalten der Parteien entlang der «blauen Linie» zwischen Israel und Libanon. Die nach dem Libanonkrieg von 2006 verabschiedete Resolution fordert unter anderem die «unverzügliche Beendigung aller Attacken durch die Hizbollah» sowie die Entwaffnung der Gruppe. Beide Forderungen sind heute bekanntlich weiter weg denn je von ihrer Erfüllung.

Jacques Ungar