Die Investition über bis zu 1,5 Milliarden Dollar des ehemaligen Microsoft-CEO greift im Bundesstaat Washington ein brennendes Problem in den gesamten USA auf.
Die Ballmer Group wird an einem sozialen Brennpunkt in den USA aktiv und investiert bis zu 1,5 Milliarden Dollar in die Finanzierung von 10'000 neuen, bezahlbaren Mietwohnungen im Bundesstaat Washington. Damit will der 2015 von dem ehemaligen Microsoft-CO Steven Ballmer gegründete Investment-Fonds nach eigenen Angaben Familien vor Obdachlosigkeit bewahren. Die Ballmer Group zielt bei Investitionen auf soziale Gerechtigkeit und bessere Lebenschancen für ärmere Schichten ab und verwaltet das auf 145 Milliarden Dollar geschätzte Vermögen Ballmers und seiner Frau Connie. Der 70-Jährige ist über die Mutter Beatrice Dworkin jüdischer Herkunft. Sein Vater Fritz Hans Ballmer war 1948 aus der Schweiz eingewandert.
Die Mittel umfassen rückzahlungsfreie Darlehen von bis zu 150.000 Dollar pro Wohneinheit. Dies könnte zu einer Gesamtsumme von bis zu 1,5 Milliarden Dollar führen. Laut dem «Washington State Standard» bleibt momentan offen, ob dieser Betrag tatsächlich erreicht wird. Die geförderten Mietwohnungen müssen über mindestens zwei Schlafzimmer verfügen und für Familien erschwinglich sein, deren Einkommen etwa 50 Prozent des regionalen Medianeinkommens entspricht. Für eine vierköpfige Familie in Seattle läge dieser Wert bei 82'200 Dollar.
Um sich für die Darlehen zu qualifizieren, müssen Bauherren die Mieten deutlich unter dem Marktniveau ansetzen und sich verpflichten, die Mieten für mindestens 60 Jahre auf einem erschwinglichen Niveau zu halten. Die Ballmer Group geht davon aus, dass Familien dadurch durchschnittlich 750 Dollar pro Monat an Mietkosten einsparen werden.
Die Ankündigung folgt auf das Versprechen der Institution vom Ende des vergangenen Jahres, im kommenden Jahrzehnt jährlich bis zu 170 Millionen Dollar für Tausende zusätzlicher Plätze in der frühkindlichen Bildung für einkommensschwache Familien im Bundesstaat bereitzustellen. In jenem Fall musste die Legislative ein Gesetz verabschieden, um ein entsprechendes Konto für die Entgegennahme der Gelder einzurichten. Die Wohnungsbauinvestition der Ballmers erfordert keine derartigen Auflagen, sodass die Mittel sofort verfügbar sind. Ein Darlehen wurde bereits vergeben; neun weitere Projekte etwa in Seattle wurden bereits genehmigt.
Nach Angaben der Ballmer Group sind insgesamt bereits mehr als 1100 neue Wohneinheiten in Planung. Die Organisation wurde von dem grossen Interesse von Bauunternehmen «positiv überrascht», so ein Sprecher. Die Darlehen werden mindestens so lange zur Verfügung stehen, bis das Ziel von 10.000 Wohneinheiten erreicht ist.
Im Jahr 2023 schätzten Behörden dass im Bundesstaat Washington bis 2044 rund 1,1 Millionen neue Wohneinheiten benötigt würden, um mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Etwa die Hälfte davon müsste für Bewohner erschwinglich sein, deren Einkommen unter der Hälfte des regionalen Medianeinkommens liegt (Link).