USA – Israel 22. Sep 2026

Aufregung um David Milstein

Der Berater von Mike Huckabee wollte angeblich in Israel Geldgeschenke für seine Hochzeit sammeln.  

Die bei «Politico» angesiedelte Insider-Kolumne «Playbook» schlägt mit einem Exklusive über David Milstein Wellen. Demnach hat der leitende Berater des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee, israelische Bürger um Geldgeschenke für seine bevorstehende Hochzeit gebeten. Milstein verfügt über eine «Top Secret»-Sicherheitsfreigabe und hat laut dem Bericht am 16. September eine Hochzeitseinladung über «Paperless Post» verschickt. Darin bat er laut «Playbook» vorliegenden Screenshots zahlreiche Israeli um «Geldgeschenke in US-Dollar oder israelischen Schekeln» – und fügte einen QR-Code bei.

Kurz nachdem ihn «Playbook» auf die Einladung ansprach: liege ihm für diese Bitte eine Genehmigung des Aussenministeriums und des Weissen Hauses vor? – schickte er am Samstag eine korrigierte Nachricht an die Eingeladenen: die Bitte um Geldgeschenke sei «nur für Familienangehörige und enge Freunden gedacht gewesen (die wissen wollten, ob wir eine Geschenkeliste haben)» und versehentlich an die gesamte Gästeliste verschickt worden: «Bitte beachten Sie, dass wir keinerlei Geschenke annehmen dürfen.»

Angeblich bezeichnen namentlich nicht genannte US-Geheimdienstler Milstein als «ein wandelndes Warnsignal für die Spionageabwehr» und «die Tatsache, dass er so unverhohlen um Zuwendungen bittet, ist absolut unfassbar.» Damit sind anscheinend auch frühere Vorkommnisse gemeint. So werfen US-Diplomaten und -Geheimdienstler Milstein etwa vor, dass er im Juli gemeinsam mit Huckabee den verurteilten israelischen Spion Jonathan Pollard in der US-Botschaft in Jerusalem empfangen hat. «Playbook»-Quellen stellen nun in den Raum, dass auch Milstein Staatsgeheimnisse an Israel verrät.

Dass er dafür noch keine Konsequenzen erfahren habe, liege an dessen Verwandtschaft. Denn sein Stiefvaters ist der konservativen Radiomoderator und Fox-News-Kommentator Mark Levin. Dieser steht Trump nahe und angeblich lässt Milstein den Namen Levins «häufig fallen, um sich selbst zu schützen» (Link).

Nach erstem Schweigen zu dem Bericht hat Levin später am Montag entrüstet auf X reagiert. Dass sein Stiefsohn auf derart schändliche Weise angegriffen werde, sei nur dadurch erklärbar, dass er – also Levin – das eigentliche Ziel dieser Verleumdungen sei: dies sei «nur Wochen vor Davids Hochzeit und ausgerechnet an Jom Kippur absolut verachtenswert».

Ohnehin habe Milstein nicht «bei israelischen Bürgern um Geldgeschenke für seine bevorstehende Hochzeit gebeten», sondern sei nur Fragen von Familienmitgliedern aus der ganzen Welt nach Geschenken für die anstehende Hochzeit nachgekommen (Link).
 

Andreas Mink