Beleg für langjährige Verschwörungstheorien?
In den nun publizierten Epstein-Akten ist ein FBI-Dokument zu den Aussagen einer anonymen Quelle (Confidential Human Source, abgekürzt CHS) enthalten, die eine Lieblings-Idee von Verschwörungstheoretikern zu bestätigen scheint. Demnach war Epstein Mossad-Agent und noch dazu einer mit direktem Kontakt zu ex-Premier Ehud Barak. Die Authentizität des Dokuments ist schwer prüfbar, was auch für die anonymen Informationen darin gilt. Jedenfalls war das Dokument als geheim eingestuft und thematisierte Epsteins Beziehung zu «US-amerikanischen und verbündeten Geheimdiensten».
Das Dokument stammt aus dem Jahr 2020 und besagt (korrekt): «Jeffrey Epstein wurde von (Alan) Dershowitz vertreten». Laut der vertraulichen Quelle habe Dershowitz dem 2008 im südlichen Bezirk von Florida gegen Epstein ermittelnden Staatsanwalt Alex Acosta erklärt, dass Epstein sowohl US-amerikanischen als auch verbündeten Geheimdiensten angehörte. Dershowitz habe zudem als Professor an der Harvard Law School «viele Studenten aus reichen Familien beeinflusst». Darunter sei auch Jared Kushner gewesen, später der Schwiegersohn von Donald Trump.
Das Dokument fährt fort: «CHS teilte Telefongespräche zwischen Dershowitz und Epstein mit, während derer er/sie Notizen machte.… Nach diesen Anrufen rief der Mossad Dershowitz an, um ihn zu befragen. Epstein stand dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak nahe und wurde von ihm zum Spion ausgebildet.» Weiter heisst es in dem Dokument: Barak glaubte, Netanyahu sei ein Krimineller…» Die Quelle sei «überzeugt, dass Epstein ein vom Mossad angeworbener Agent war (siehe frühere Berichterstattung).»
Ob das FBI die Quelle für glaubwürdig hielt, bleibt unklar. Aber das Dokument zeigt immerhin, dass die Möglichkeit einer Zusammenarbeit Epsteins mit ausländischen Geheimdiensten spätestens 2020 – und damit ein Jahr nach dessen Tod – bei US-Behörden bekannt war (Link).