UN-Vollversammlung 24. Sep 2026

Al-Sharaa kritisiert Israel

Der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa.

Der syrische Präsident betont zudem Anspruch auf die Golan-Höhen als Staatsgebiet.  

Gestern Mittwoch hat der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa an einer Rede vor der UN-Generalversammlung in Manhattan Israel zum Rückzug aus international anerkanntem syrischen Gebiet aufgefordert. Laufende Angriffe und Interventionen Israels würden die Sicherheit und den Fortschritt des Landes nach einem verheerenden Bürgerkrieg untergraben: «Wir lehnen israelische Versuche ab, vollendete Tatsachen zu schaffen. Wir lehnen ihre Aggressionen ab, die Frieden und Sicherheit untergraben». Israel hab in Syrien «500 Luftangriffe, mehr als 1200 Grenzverletzungen und 300 Festnahmen» unternommen.

Al-Sharaa erklärte in seiner zehnminütigen Ansprache zudem, Syrien habe sich «aus der Krise hin zu einer Chance» entwickelt: «Das Blutvergiessen wurde gestoppt, die Zerstörung beendet. Syrien hat den Weg des Wiederaufbaus und der Erholung eingeschlagen.» Zudem sei die «sichere und menschenwürdige» Rückkehr von etwa 3,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen angelaufen.

Dies war die zweite Ansprache des syrischen Präsidenten vor der UN-Generalversammlung nach seiner Rede im vergangenen Jahr. Das Land wirbt unter seiner Führung um internationale Investitionen und politische Unterstützung, während Israel laut «Al Jazeera» Beziehungen zu bewaffneten Gruppierungen der syrischen Drusen-Minderheit vertieft und damit den inneren Zusammenhalt Syriens gezielt untergräbt.

Al-Sharaa forderte die internationale Gemeinschaft überdies zu einer neuerlichen Umsetzung eines Abkommen von 1974, das eine von der UN überwachte Pufferzone zwischen israelischen und syrischen Streitkräften schuf. Zudem rief er Israel zum Rückzug von den 1967 besetzten Golanhöhen auf.

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hatte im Juli bei seinem ersten Besuch in Damaskus seit 2009 bekräftigt, dass es sich bei dem Gebiet um syrisches Territorium handele, und die israelische Besatzung als «völlig inakzeptabel» bezeichnet. Al-Sharaa betonte nachdrücklich, die strategisch wichtige und wasserreiche Region werde «syrisches Territorium bleiben» – dies vor dem Hintergrund, dass Kolumbien im vergangenen Monat den israelischen Souveränitätsanspruch auf die Höhen anerkannt hatte (Link).

Andreas Mink