Tel Aviv 03. Jul 2026

Visionen nach der Katastrophe

Mit der Ausstellung «Vision of the New Bones: Jewish Imaginations After 1940» («Vision der neuen Knochen: Jüdische Imaginationen nach 1940») widmet sich das Tel Aviv Museum of Art einem bisher wenig erforschten Kapitel der Kunstgeschichte. Im Mittelpunkt stehen Künstlerinnen und Künstler mit jüdischem Hintergrund, deren prägende Lebensjahre vom Zweiten Weltkrieg und der Schoah überschattet waren. Ihre Werke verbindet eine visionäre Bildsprache, in der sich persönliche Traumata, Erinnerung und die Suche nach Hoffnung spiegeln. Die Ausstellung zeigt, wie Kunst für viele der Beteiligten zu einem Weg wurde, das Erlebte zu verarbeiten und neue Perspektiven zu entwickeln. In Auseinandersetzung mit jüdischer Spiritualität, Symbolen und Traditionen entwerfen sie individuelle Bildwelten, die von Verlust, aber auch von Erneuerung erzählen. Der Titel greift das biblische Bild der «neuen Knochen» auf und steht für die Möglichkeit eines Neuanfangs nach tiefster Zerstörung. Neben Gemälden und Zeichnungen bezieht die von Ori Drumer kuratierte Schau auch Film, Musik und Literatur ein. Vertreten sind unter anderem Mark Rothko, Mordecai Ardon, Arik Brauer, Maya Deren, Alejandro Jodorowsky und Ernst Fuchs. So entsteht ein facettenreicher Blick auf jüdische Imaginationen nach 1940 und auf die Kraft der Kunst, selbst aus den Brüchen der Geschichte neue Visionen hervorzubringen.
Bis Samstag, 28. November, Tel Aviv Museum of Art, 27 Shaul Hamelech Boulevard, Tel Aviv.
www.tamuseum.org.il

Emily Langloh