Mit der Ausstellung «Alles für die Kunst! Max Liebermann zwischen Strategie und Kulturpolitik» beleuchtet die Liebermann-Villa am Wannsee eine bislang wenig bekannte Seite des Künstlers Max Liebermann (1847–1935). Im Zentrum steht nicht sein malerisches Werk, sondern sein Wirken als einflussreicher Kulturpolitiker und internationaler Netzwerker, der die Moderne im deutschen Kunstbetrieb entscheidend mitprägte. Die Ausstellung zeichnet Liebermanns Weg aus dem Atelier in führende kunstpolitische Positionen nach und zeigt, wie er gezielt Strukturen nutzte, um neue künstlerische Strömungen sichtbar zu machen, oft gegen erheblichen Widerstand. Bereits früh knüpfte Liebermann internationale Kontakte nach Frankreich, in die Niederlande, nach England und Skandinavien. Diese Netzwerke ermöglichten ihm Ausstellungsbeteiligungen und stärkten seine Rolle als Vermittler moderner Kunst. Als Mitbegründer und prägende Figur der Berliner Secession setzte er sich ab 1899 für die Freiheit der Kunst ein und öffnete Ausstellungsräume auch für junge Kunstschaffende und Künstlerinnen. Zugleich war sein Wirken von Ambivalenzen geprägt: Als Präsident der Preussischen Akademie der Künste bewegte er sich zwischen Reform und Institution, verteidigte jedoch konsequent die künstlerische Autonomie, selbst unter wachsendem politischem und antisemitischem Druck. Anhand von Gemälden, Grafiken, Fotografien und Archivalien zeigt die Ausstellung, wie Liebermann kulturpolitische Handlungsspielräume schuf, die bis heute nachwirken.
Samstag, 7. Februar, bis Montag, 25. Mai, Libermann-Villa am Wannsee, Colomierstrasse 3, Berlin.
www.liebermann-villa.de
Berlin
30. Jan 2026
Strategie und Kulturpolitik
Emily Langloh