Billy Joel 24. Jul 2026

Schlussstrich

Billy Joel hat kürzlich erklärt, weshalb er seit Jahrzehnten kaum noch neue Pop- und Rocksongs schreibt. Der jüdische amerikanische Musiker sagte in einem Interview, er habe seine Karriere bewusst auf einem Höhepunkt beenden wollen. Er habe vermeiden wollen, sein musikalisches Vermächtnis mit Alben zu verwässern, die nicht mehr dieselbe Qualität hätten wie seine früheren Werke. Nach seinem 1993 erschienenen Album «River of Dreams» habe er gespürt, dass für ihn als Songwriter ein natürlicher Abschluss erreicht sei. Damals sei er Familienvater gewesen und habe nicht mehr die Motivation gehabt, sich wie früher monatelang ganz dem Komponieren zu widmen. Zwölf Studioalben seien genug gewesen, sagte Joel, ebenso viele hätten auch die Beatles veröffentlicht. Später habe er das Klassikalbum «Fantasies & Delusions» geschrieben, weil ihn diese Musik stärker gereizt habe. Joel, dessen Vater als jüdischer Flüchtling aus Deutschland in die USA emigrierte, zählt mit Welthits wie «Piano Man», «Uptown Girl» und «We Didn’t Start the Fire» zu den erfolgreichsten Singer-Songwritern seiner Generation. In der kürzlich veröffentlichten HBO-Dokumentation «Billy Joel: And So It Goes» spricht er zudem ausführlich über die Geschichte seiner jüdischen Familie und die Verfolgung seiner Grosseltern während der NS-Zeit. Der 77-Jährige betonte, es sei nicht leicht gewesen, bewusst auf weitere Popalben zu verzichten. Viele Künstler veröffentlichten auch dann noch neue Musik, wenn sie ihre frühere kreative Kraft verloren hätten. Diesen Weg habe er nicht einschlagen wollen. Nach einer gesundheitlichen Pause infolge der Diagnose eines Normaldruckhydrozephalus konzentriert sich Joel derzeit auf seine Genesung.

Emily Langloh