Yaacov Agam 26. Jun 2026

Pionier

Mit Yaacov Agam ist einer der bedeutendsten israelischen Künstler des 20. Jahrhunderts im Alter von 98 Jahren gestorben. Der Maler und Bildhauer galt als Wegbereiter der kinetischen Kunst und wurde weit über die Grenzen Israels hinaus bekannt. Seine Werke veränderten sich je nach Blickwinkel des Betrachters und machten diesen zu einem aktiven Teil des Kunstwerks. Agam wurde 1928 als Yaacov Gipstein in Rishon Lezion geboren. Nach einem Studium an der Bezalel-Akademie in Jerusalem setzte er seine Ausbildung in Zürich beim ehemaligen Bauhaus-Lehrer Johannes Itten fort. 1951 zog er nach Paris, wo er seinen unverwechselbaren Stil entwickelte und internationale Anerkennung fand. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Museum of Modern Art und im Guggenheim Museum in New York sowie im Centre Pompidou in Paris gezeigt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Feuer-und-Wasser-Fontäne auf dem Dizengoff-Platz in Tel Aviv, der Brunnen im Pariser Geschäftsviertel La Défense sowie zahlreiche Installationen in Europa, Nord- und Südamerika. Auch die Residenz des französischen Präsidenten Georges Pompidou gestaltete er mit einer kinetischen Installation. Agams Kunst war von der Vorstellung geprägt, dass sich Wirklichkeit und Wahrnehmung ständig verändern. Seine Werke verbanden Bewegung, Raum, Zeit und Farbe und spiegelten damit eine Welt wider, die sich fortlaufend neu formt. Für sein Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Erst Anfang dieses Jahres wurde ihm der Israel-Preis für bildende Kunst verliehen. Die Jury würdigte damit sein Lebenswerk und seinen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung neuer künstlerischer Ausdrucksformen. Mit seinem Tod verliert Israel einen Künstler von internationalem Rang.

Emily Langloh