Lörrach 09. Jan 2026

Lebensspur durch Europa

Mit der Ausstellung «Manfred Weil: Leben!» widmet das Dreiländermuseum dem jüdischen Künstler Manfred Weil ein vielschichtiges Porträt. Der 1920 geborene Weil wuchs in einer jüdischen Familie in Breisach und Eichstetten auf und überlebte die Schoah unter anderem durch die Flucht aus dem Internierungslager Gurs. Nach dem Krieg liess er sich in Bonn nieder, studierte an den Kölner Werkschulen und arbeitete fortan als Maler, Grafiker und Lehrer. Sein Werk zeichnet sich durch eine grosse thematische und stilistische Bandbreite aus. Politische Karikaturen, biblische Motive und frühe Gebrauchsgrafik stehen neben Porträts, Stillleben und Landschaften. Trotz der prägenden Erfahrungen von Verfolgung und Flucht ist Weils Kunst von einem ausgeprägten Lebenswillen getragen. «Man kann sich doch nicht immer zerknirschen», sagt er selbst am Ende eines Films, in dem er von seinem Überleben erzählt, ein Satz, der dem Ausstellungstitel programmatisch zugrunde liegt. In Lörrach ist eine Auswahl von Arbeiten zu sehen, die sowohl das künstlerische Können als auch die biografischen Brüche Weils sichtbar macht. Die Ausstellung wird anlässlich des Holocaust-Gedenktages gezeigt und entsteht in Kooperation mit dem Burghof Lörrach. Ergänzt wird sie durch ein Begleitprogramm mit weiteren Anlässen.

Dienstag, 27. Januar, bis Sonntag, 1. März, Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, Dreiländermuseum, Basler Strasse 143, Lörrach.
ww.dreilaendermuseum.eu

Emily Langloh