Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet der US-amerikanischen Künstlerin Eleanor Antin erstmals in Europa eine umfassende Retrospektive. Die Ausstellung zeichnet das Werk einer Pionierin der performativen Selbstinszenierung nach, die seit über fünf Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der Gegenwartskunst zählt. Antin arbeitet medienübergreifend, von Fotografie und Film bis zu Performance und Installation, und stellt zentrale Fragen nach Identität, Geschichte und gesellschaftlichen Rollenbildern. Bekannt wurde sie insbesondere durch ihre fiktiven Figuren wie den König, die Ballerina oder die Krankenschwester, mit denen sie unterschiedliche Facetten des Selbst auslotet und zugleich Machtstrukturen und kulturelle Zuschreibungen hinterfragt. Die Retrospektive spannt den Bogen von frühen Arbeiten wie «100 Boots» oder «Carving» bis hin zu späteren, aufwendig inszenierten Werken, die historische Motive und theatrale Elemente verbinden. Dabei wird deutlich, wie aktuell Antins künstlerische Auseinandersetzung bis heute geblieben ist.
Bis Sonntag, 27. September, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr, Donnerstag, 10 bis 20 Uhr, Kunstmuseum Liechtenstein, Städtle 32, Vaduz.
www.kunstmuseum.li
Vaduz
24. Apr 2026
Identität als Inszenierung
Emily Langloh