Eine deutliche Mehrheit der Israelis zeigt sich tief besorgt über eine mögliche Abnahme der Unterstützung für Israel in den Vereinigten Staaten. Fast acht von zehn Befragten gaben in einer neuen Umfrage an, sie seien «sehr besorgt» oder «zum Teil besorgt» über einen Rückgang der amerikanischen Unterstützung – ein Befund, der die wachsenden Spannungen in den transatlantischen Beziehungen widerspiegelt. Die Umfrage unter 1000 jüdischen Erwachsenen in Israel wurde am 11. Dezember 2025 von der Ruderman Family Foundation durchgeführt. Sie fällt in eine Zeit, in der mehrere US-Meinungsumfragen einen Rückgang der Sympathien für Israel sowohl im politischen Mainstream als auch unter jüngeren Wählern dokumentieren. Laut den Ergebnissen rechnen 44 % der Israelis damit, dass die Unterstützung junger amerikanischer Juden für Israel in Zukunft weiter sinken wird. Gleichzeitig zeigen sich ältere und säkulare Israelis besonders alarmiert. Beobachter führen diese Entwicklung auch auf Meinungsverschiebungen innerhalb der US-Parteipolitik zurück: So sei Sympathie für Israel bei Demokraten auf ein historisch niedriges Niveau gefallen. Fast die Hälfte der Befragten sieht den Rückgang der Unterstützung als Folge der israelischen Politik im Gaza-Konflikt, während knapp ein Drittel glaubt, bestimmte Massnahmen könnten die Verbundenheit stärken. Die wachsende Distanz sei für viele Israelis kein vorübergehendes Phänomen, sondern Ausdruck tieferer Veränderungen in der Beziehung zwischen Israelis und Amerikanern, erklärte Jay Ruderman, Präsident der Stiftung, in einer Stellungnahme. Mehr als zwei Drittel der Befragten stuften die Auswirkungen von US-Präsident Donald Trump auf die Beziehungen zu Israel als positiv ein, was die innenpolitische Polarisierung über die USA-Israel-Beziehungen weiter unterstreicht.
Jerusalem
09. Jan 2026
Schwindende US-Unterstützung
Redaktion