Jerusalem 24. Jul 2026

Proteste gegen Schabbat-Café

Zum dritten Samstag in Folge haben ultraorthodoxe Demonstranten gegen das Café Basimta im Jerusalemer Stadtzentrum protestiert, weil dieses auch am Schabbat geöffnet hat. Die Polizei errichtete Absperrungen, um Zusammenstösse zwischen den Protestierenden und zahlreichen Unterstützern des Lokals zu verhindern. Das Café liegt in einer kleinen Gasse nahe der Agripas-Strasse und wurde erst vor wenigen Wochen eröffnet. Seither ist es zum Symbol eines alten Konflikts zwischen religiösen und säkularen Teilen der israelischen Gesellschaft geworden. Während die Demonstranten Parolen wie «Stoppt die Zerstörung Jerusalems» und «Schabbat» riefen, kamen Hunderte Jerusalemer, um das Café bewusst zu besuchen und ihre Solidarität mit den Betreibern zu zeigen. Nach Angaben der Polizei verlief die Kundgebung weitgehend unter Kontrolle. Einzelne Demonstranten versuchten jedoch erneut, den Zugang zum Café zu blockieren. Bereits an den beiden vorangegangenen Samstagen war es zu ähnlichen Protesten gekommen; damals mussten Einsatzkräfte mehrere Personen entfernen. Der Konflikt berührt eine der sensibelsten gesellschaftspolitischen Fragen Israels: den Stellenwert des Schabbats im öffentlichen Raum. Ultraorthodoxe Gruppen fordern, dass jüdische Geschäfte am Ruhetag geschlossen bleiben, während viele säkulare Israelis die Öffnung von Cafés und Restaurants als Ausdruck persönlicher Freiheit betrachten.

Emily Langloh