Amir Tibon 26. Jun 2026

Literaturpreis

Der israelische Journalist und Autor Amir Tibon ist mit dem renommierten Sami Rohr Prize for Jewish Literature ausgezeichnet worden. Er erhält den mit 100 000 Dollar dotierten Preis für sein Buch «The Gates of Gaza: A Story of Betrayal, Survival, and Hope in Israel’s Borderlands» («Die Tore von Gaza: Eine Geschichte von Verrat, Überleben und Hoffnung in Israels Grenzregionen»), das die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und deren Folgen für die israelischen Grenzgemeinden thematisiert. In dem Werk verbindet Tibon persönliche Erinnerungen mit journalistischer Recherche und historischer Einordnung. Im Mittelpunkt steht die Geschichte seiner Familie im Kibbuz Nahal Oz, einer der am schwersten betroffenen Ortschaften an der Grenze zum Gazastreifen. Während des Hamas-Angriffs harrten Tibon, seine Frau und ihre beiden kleinen Töchter stundenlang in einem Schutzraum aus, bevor sie von seinem Vater, dem pensionierten General Noam Tibon, gerettet wurden. Gleichzeitig zeichnet das Buch die Geschichte von Nahal Oz nach und beleuchtet die Herausforderungen des Lebens in unmittelbarer Nähe zum Gazastreifen. Die Jury würdigte die Verbindung von persönlichem Zeugnis, historischer Perspektive und präziser Berichterstattung. Das Buch vermittle eindrücklich die Erfahrungen von Verlust und Überleben. Der Sami Rohr Prize wird seit 2007 jährlich vergeben und zählt als bedeutende Auszeichnung für jüdische Literatur. Mit dem Preis werden Autorinnen und Autoren geehrt, die einen wichtigen Beitrag zur Darstellung jüdischer Erfahrungen leisten. «The Gates of Gaza» erhielt zuvor unter anderem den Wingate Literary Prize und den Bernstein Prize.

Emily Langloh