maccabiah 2026 03. Jul 2026

Eröffnung mit Schweizer Delegation

Die Schweizer Delegation bei der Eröffnung der Maccabia 2026 am Mittwochabend.

Mit einer emotionalen Eröffnungsfeier haben in Jerusalem die 22. Maccabiah-Spiele begonnen – unter dem Motto «More Than Ever» stand der Abend ganz im Zeichen des jüdischen Zusammenhalts und der Verbundenheit mit Israel.

Rund 5000 Athletinnen und Athleten aus 35 Ländern eröffneten im Jerusalemer Teddy-Stadion die weltweit grösste jüdische Sportveranstaltung. Nach der Begrüssung durch Montana Tucker und Michael Harpaz zogen die Delegationen in der traditionellen Parade der Nationen ein. Während die USA mit rund 900 Athletinnen und Athleten eines der grössten Teams stellten und andere Länder – etwa Finnland – nur mit einer einzigen Person vertreten waren, erhielt die israelische Mannschaft den lautesten Applaus: Mit mehr als 2200 Sportlerinnen und Sportlern stellte sie die grösste Delegation in der Geschichte der Maccabiah. Die Schweizer Delegation wurde gegen Ende der Parade herzlich empfangen.

Diese war zugleich von bewegenden Momenten geprägt: Die ungarische Delegation wurde von einem Holocaust-Überlebenden angeführt, Frankreich gedachte seines Teammitglieds Dan Elkayam, der beim Anschlag im australischen Bondi Beach ums Leben gekommen war, zudem wurde der Opfer des Erdbebens in Venezuela gedacht.

Auch die anschliessende Live-Show griff die Themen des Abends auf. Zu den bewegendsten Momenten gehörten Yuval Raphaels Interpretation von «Rise Up» sowie der gemeinsame Auftritt von Musiker Idan Raichel mit den ehemaligen Hamas-Geiseln Edan Alexander und Daniella Gilboa.

Zwischen Sport und Politik
Überhaupt zogen sich Resilienz, Erinnerung und jüdischer Zusammenhalt wie ein roter Faden durch die Eröffnungsfeier. Die Verbundenheit mit Israel und der Stolz auf die jüdische Identität standen dabei stets im Mittelpunkt.

Präsident Isaac Herzog begrüsste die Sportlerinnen und Sportler mit den Worten: «Willkommen zu Hause. Willkommen in Israel.» Fast 1000 Tage nach Kriegsbeginn sende die Maccabiah eine Botschaft der Hoffnung und der jüdischen Stärke. Seine Rede schloss er mit den Worten «am Israel chai».

Einen deutlich politischeren Ton schlug Ministerpräsident Binyamin Netanyahu an. In seiner Ansprache bezeichnete er Israel als Heimat aller Juden und den Krieg als «Kampf der Zivilisation gegen die Barbarei». Zugleich forderte er die Teilnehmenden auf, ihrem Jüdischsein mit Stolz zu begegnen und dem Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten. «Menschen respektieren nur jene, die sich selbst respektieren», sagte er.

Die Schweizer mittendrin
Mitten unter den rund 5000 Athletinnen und Athleten befindet sich auch die zwölfköpfige Schweizer Delegation. Für Tennisspielerin Michèle Krausz aus Zürich war der Einmarsch der Nationen der Höhepunkt des Abends. «Sportler aus der ganzen Welt und dazu jüdische Menschen zu treffen, ist unglaublich. Das Reinlaufen war so emotional.»

Auch der Tischtennisspieler Sepp Holtz blickt mit Vorfreude auf die Wettkämpfe. «Es ist etwas ganz Besonderes, mit so vielen jüngeren Menschen zusammenzukommen und noch einmal sein Bestes zu geben.»

Die jüngsten Mitglieder der Schweizer Delegation schwärmen vor allem von den Begegnungen. «Das Tauschen der Länder-Pins und später auch der Kleider war toll, um die anderen Länder kennenzulernen», erzählt einer der Junioren. Ein anderer ergänzt: «Schon am Flughafen wird man empfangen und fühlt sich unglaublich willkommen.» Im Kfar Maccabiah entstünden durch die gemeinsamen Aktivitäten rasch neue Freundschaften. «Man lernt sich schnell kennen und ist dann umso aufgeregter, gegeneinander anzutreten. Es ist ein tolles Gefühl, mit Sportlern aus der ganzen Welt gemeinsam hier in Israel zu sein.»

Der Spirit der Maccabiah
Für Delegationsleiter und Maccabi-Schweiz-Präsident Doron Bollag liegt die Besonderheit der Maccabiah vor allem in den Begegnungen. «Israel und das gemeinsame Jüdischsein stehen im Vordergrund. Die Leute tauschen Kleider, Pins und Telefonnummern aus und schliessen Freundschaften. Es gibt hier wenig Grenzen, alle sind aus dem gleichen Grund da. Genau das ist der Spirit der Maccabiah.»

Auch organisatorisch zieht Bollag eine positive Bilanz. «Es ist Israel: 80 bis 90 Prozent laufen so, wie man es erwartet. Bei den restlichen 10 bis 20 Prozent hilft man sich gegenseitig und findet immer eine Lösung.» Sein Ziel sei vor allem, dass sich die Schweizer Athletinnen und Athleten wohl fühlten. «Wenn das erreicht ist, dann ist unsere Arbeit gemacht, und dann freut man sich bereits auf die nächste Maccabiah in vier Jahren.»

Emily Langloh