Jerusalem gilt als eine der komplexesten Städte der Welt, in der Religion, Politik und Vielfalt untrennbar ineinandergreifen – seit 60 Jahren fördert die Jerusalem Foundation Zusammenleben und feiert in der Schweiz.
Gegründet wurde die Stiftung 1966 vom damaligen Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek. Ihr Ansatz ist bis heute apolitisch und zivilgesellschaftlich: Lebensqualität für die Bevölkerung zu schaffen, unabhängig von Religion, Herkunft, Alter oder sozialem Hintergrund. Die Arbeit konzentriert sich auf drei Bereiche: sozialen Zusammenhalt, kreative Kultur und die Förderung zukünftiger Führungspersönlichkeiten. Weltweit hat die Jerusalem Foundation über 5000 Projekte realisiert, von Bildungs- und Begegnungsprogrammen über soziale Infrastruktur bis hin zu kulturellen und sportlichen Angeboten.
Die Jerusalem Foundation Switzerland begleitet diese Arbeit seit 1986. Präsident Hans-Ulrich Bigler beschreibt die Entwicklung dieser Unterstützung so: «Was als solidarisches Engagement begann, ist heute eine verlässliche und lebendige Partnerschaft.»
Gemeinsam lernen
Ein Beispiel dafür ist das Programm Bio Make im Bloomfield Science Museum Jerusalem, das gemeinsam mit der Hebräischen Universität und der Jerusalem Foundation für jüdische und arabische Kinder aufgebaut wurde. «Bio Make ermöglicht in gemeinsamen Treffen eine spielerische und experimentelle Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften und schafft Räume, in denen Kinder den jeweils ‹Anderen› kennenlernen können», sagt Bigler. Daneben fördert die Stiftung Leadership-Programme, Inklusionsprojekte sowie Bildungs- und Sportinitiativen, in denen jüdische und arabische Kinder gemeinsam lernen und trainieren. «Die Schweizer Unterstützung ermöglicht Projekte, die Brücken bauen und zivilgesellschaftliche Verantwortung stärken. Beispielsweise durch Community Center, die eine wichtige Anlaufstelle sind für Familien aus schwächeren sozioökonomischen Hintergründen», so Bigler.
Das Engagement beschränkt sich dabei nicht auf Projekte vor Ort. Auch in der Schweiz unterstützt die Stiftung Initiativen. Dazu gehört die Partnerschaft mit dem Mizmorim-Kammermusik-Festival, das seine diesjährige Ausgabe dem Thema «Jerusalem» widmet. Musikschaffende aus jüdischen, arabischen und westlichen Traditionen treten dort in einen künstlerischen Dialog.
Warum solche Initiativen gerade heute zentral sind, erklärt Bigler deutlich: «Weil Zusammenhalt nicht durch Politik allein entsteht. Gerade in angespannten Zeiten sind zivilgesellschaftliche Initiativen entscheidend, um Stabilität, Dialog und Perspektiven im Alltag der Menschen zu sichern.» Die Handlungsfähigkeit in Krisenzeiten führt Bigler auf den langfristigen, überparteilichen Ansatz der Stiftung und ihr «umfangreiches Netzwerk in allen Bevölkerungsgruppen» zurück.
Im Jubiläumsjahr steht für die Jerusalem Foundation weniger ein Abschluss als ein Ausblick im Zentrum. «Dieses Jubiläum ist Rückblick und Verpflichtung zugleich», sagt Bigler. Für die kommenden Jahre formuliert er eine klare Vision: «Jerusalem als Stadt, in der Vielfalt tragfähig ist und als Vorbild für andere Städte dient.» Die Stiftung werde diesen Weg weiterverfolgen, um ein respektvolles Zusammenleben langfristig zu fördern.
Feier mit Musik
Das Mizmorim-Kammermusik -Festival Basel stellt seine zwölfte Ausgabe unter das Thema «Jerusalem». Die Stadt bildet dabei den musikalischen und thematischen Ausgangspunkt und verhandelt, ausgehend von «shalom» und «salam», kulturelle Vielfalt, historische Tiefe sowie Fragen von Hoffnung, Zusammenleben und Spannung in dieser Region. Unter der künstlerischen Leitung von Michal Lewkowicz umfasst das Festival 16 Veranstaltungen, darunter Schweizer Erstaufführungen und zwei Uraufführungen, sowie erstmals auch ein Vorprogramm in Zürich. Im Zentrum steht Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Traditionen, von Renaissance-Motetten über zeitgenössische Kompositionen bis hin zu Klezmer, Jazz und Folk.
Das Mizmorim-Kammermusik-Festival Basel findet vom 21. bis 25. Januar in Basel statt. www.mizmorim.com