Netflix widmet der jüdisch-ungarischen Schachikone Judit Polgár einen eigenen Dokumentarfilm. «Queen of Chess», inszeniert von Rory Kennedy, feiert eine Frau, die das königliche Spiel nachhaltig veränderte und bis heute als beste Schachspielerin der Geschichte gilt. Der Film startet am 6. Februar auf Netflix. Polgár wuchs hinter dem Eisernen Vorhang in einer jüdischen Familie in Ungarn auf. Ihr Vater László Polgár, Sohn von Auschwitz-Überlebenden, war überzeugt, dass Begabung kein Zufall ist. Gemeinsam mit seiner Frau Klára unterrichtete er die drei Töchter Susan, Sofia und Judit zu Hause, mit Schach als zentralem Lerninstrument. Der Ansatz ging auf: Judit wurde mit zwölf Jahren internationale Meisterin und mit 15 die jüngste Grossmeisterin der Schachgeschichte. In einer klar männlich dominierten Welt entschied sich Polgár früh, nicht in separaten Frauenwettbewerben anzutreten, sondern ausschliesslich gegen die Weltelite zu spielen. Sie besiegte zahlreiche Topspieler und trat mehrfach gegen Garry Kasparov an, der sie später als eine der zehn besten Spielerinnen und Spieler der Welt bezeichnete. Der Film beleuchtet auch die politischen und gesellschaftlichen Spannungen, die Polgárs Karriere begleiteten, darunter antisemitische Anfeindungen und strukturelle Vorurteile im Spitzensport. Polgár selbst beschreibt Schach als «typisch jüdisch»: geistig, mobil und widerständig. Heute engagiert sich die zweifache Mutter als Trainerin, Mentorin und Schachförderin. «Queen of Chess» rückt eine Pionierin ins Zentrum, deren Bedeutung weit über das Schachbrett hinausreicht.
Judit Polgár
30. Jan 2026
Schachkönigin
Emily Langloh