Die Berliner Rabbinerin Gesa Shira Ederberg ist zur Präsidentin der Rabbinical Assembly gewählt worden, der internationalen Vereinigung der konservativen (Masorti-)Rabbiner. Damit steht erstmals eine europäische Rabbinerin an der Spitze der Organisation, die weltweit über 1600 Rabbiner vertritt. Ederberg wurde in der Beth-Sholom-Synagoge im US-Bundesstaat New Jersey in ihr Amt eingeführt. Ihre Wahl gilt als Signal für die wachsende Bedeutung jüdischen Lebens in Europa – und insbesondere in Deutschland – innerhalb der internationalen Masorti-Bewegung. Die Rabbinerin, die in den 1990er Jahren zum Judentum konvertierte, gehört zu den prägenden Figuren des liberalen und egalitären Judentums in Berlin. Sie wirkt seit vielen Jahren an der Oranienburger Strasse und war massgeblich am Aufbau einer egalitären Gemeinde beteiligt. Mit ihrer Wahl rückt erstmals weder ein US-amerikanischer noch ein israelischer Rabbiner an die Spitze der Rabbinical Assembly. Beobachter sehen darin auch ein Zeichen für eine stärkere transatlantische Vernetzung und die Anerkennung der Entwicklung jüdischer Gemeinden in Europa nach der Schoah.
Berlin
20. Mär 2026
Rabbinerin schreibt Geschichte
Redaktion