Richard Trank 24. Jul 2026

Neuanfang

Der oscarprämierte Dokumentarfilmer Richard Trank hat einen neuen Lebensabschnitt begonnen. Nach mehr als drei Jahrzehnten beim Simon Wiesenthal Center wanderte der jüdisch-amerikanische Regisseur 2025 nach Israel aus. Kaum ein anderer Filmemacher hat sich so intensiv mit der Schoah, dem Zionismus und der Geschichte des jüdischen Staates beschäftigt wie Trank. Nun lebt und arbeitet er dauerhaft in dem Land, dessen Geschichte seine Karriere geprägt hat. Trank wuchs als Sohn jüdischer Einwanderer in Kalifornien auf. Die Erfahrungen seiner Familie während der Schoah beeinflussten sein späteres Schaffen entscheidend. Für den Dokumentarfilm «Der lange Weg nach Hause» über Holocaustüberlebende erhielt er 1998 den Oscar. Der Film entstand zum 50. Jahrestag der Staatsgründung Israels und wurde zur offiziellen Jubiläumsdokumentation. Später verlagerte Trank seinen Fokus zunehmend auf die Geschichte Israels. Er drehte Dokumentarfilme über Theodor Herzl, David Ben Gurion und Schimon Peres. Sein Porträt «Never Stop Dreaming» über den früheren israelischen Staatspräsidenten erschien nach dessen Tod als Netflix-Original und erreichte ein weltweites Publikum. Nach dem Ende seiner Tätigkeit beim Simon Wiesenthal Center und dem Tod seiner Mutter, nachdem seine Kinder erwachsen geworden waren, entschloss sich Trank gemeinsam mit seiner Partnerin zur Alija. «Jedes Mal, wenn wir Israel verliessen, waren wir traurig», sagt er. Mit seiner Produktionsfirma Sea Point Films and Media entwickelt er nun neue Dokumentar- und Fernsehprojekte in Israel, unter anderem über jüdische Soldaten im Zweiten Weltkrieg und die Geschichte der griechischen Juden.

Emily Langloh