Oded Oren gehört seit Jahren zu den bekannten israelischen Figuren der Londoner Restaurantszene. Mit seinem Restaurant Oren in Hackney im Osten der Stadt hat er es auf die Bib-Gourmand-Liste des Guide Michelin geschafft, eine Auszeichnung für Restaurants mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Oren wurde in Tel Aviv geboren und war dort unter anderem Küchenchef im bekannten Restaurant Turkiz, bevor er vor rund 15 Jahren nach London zog. In London arbeitete er zunächst als Privatkoch, bevor er sein eigenes Restaurant eröffnete. Die Küche beschreibt er als mediterran mit Einflüssen aus dem Nahen Osten. Auf der Karte finden sich etwa Tahini und Aromen, die an seine Kindheit in Israel erinnern, gleichzeitig legt er Wert auf lokale Produkte aus Grossbritannien. Sein Essen sei keine klassische «israelische Küche», sondern vielmehr seine persönliche Interpretation von Gerichten und Geschmäckern, die ihn geprägt haben. Die derzeitige politische Atmosphäre macht den Umgang mit Herkunft jedoch komplizierter. Oren sagt, es sei momentan oft besser, das Wort «Israel» gar nicht erst zu erwähnen. Gespräche über Politik könnten schnell emotional werden. In seinem Restaurant gehe es deshalb vor allem um Essen und Gastfreundschaft, nicht um politische Debatten. Der Koch betont, dass er seine Arbeit bewusst von politischen Diskussionen getrennt hält. Auch in den Jahren vor dem aktuellen Krieg habe er darauf geachtet, seine Küche nicht als politisches Statement zu präsentieren. Gleichzeitig bleibt seine Herkunft spürbar: Die Erinnerungen an Aromen aus dem Nahen Osten prägen viele seiner Gerichte. Neben dem Restaurant betreibt Oren in London auch einen kleinen Deli, in dem seine jüdischen Wurzeln stärker sichtbar werden.
Oded Oren
20. Mär 2026
Liste
Emily Langloh