Der arabisch-israelische Influencer Nuseir Yassin hat Antizionismus als eine Form von Antisemitismus bezeichnet. Am Rande einer Konferenz zur Bekämpfung von Judenhass in Denver sagte der Gründer des Videokanals «Nas Daily», er wolle sich gegen fehlgeleiteten Hass auf Juden einsetzen. Er sei kein Anhänger der israelischen Regierung und wolle sie nicht verteidigen, sagte Yassin der Nachrichtenagentur JTA. Kritik an der Regierung sei möglich. Die Reaktion auf deren Politik werde seiner Ansicht nach jedoch stark von Antisemitismus angetrieben. Zionismus beschrieb er als den Wunsch einer Gruppe von Menschen nach einem Ort zum Leben. Der 34-Jährige wuchs in der arabischen Stadt Arrabeh in Galiläa auf und bezeichnet sich als Israeli mit palästinensischen Wurzeln. Nach dem Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 habe er begonnen, seine israelische Identität zuerst zu nennen. Er habe sich von dem Extremismus distanzieren wollen, den er beobachtet habe, ohne seine palästinensische Identität auszulöschen. Yassin kritisierte auch die Parole «Free Palestine». Entscheidend sei, wovon die Palästinenser befreit werden sollten. Er selbst trete für eine Befreiung von der Hamas und vom Extremismus ein. Zugleich wünsche er sich, dass Araber in der israelischen Regierung vertreten seien. An der Konferenz stellte Yassin ein gemeinsam mit der David Merage Foundation initiiertes Förderprogramm für 25 jüdische und 25 muslimische Online-Autoren vor. Das Programm ist nach seinem verstorbenen ersten jüdischen Freund benannt. Yassin erreicht mit seinen Videos nach eigenen Angaben mehr als 68 Millionen Follower auf verschiedenen Plattformen.
Nusseir Yassin
30. Okt 2026
Deutlich
Emily Langloh