Fast 88 Jahre nach den Novemberpogromen sind geraubte jüdische Ritualtextilien nach Berlin zurückgekehrt. Rabbinerin Bonnie Koppell von der Gemeinde Temple Chai in Arizona übergab dem Gemeindepräsidenten Gideon Joffe letzte Woche einen Thoravorhang und einen Thorawimpel. Der Holocaust-Überlebende Moishe Saksenhaus hat die Objekte nach dem Krieg gegen Lebensmittel und Tabakwaren eingetauscht. Der Verkäufer behauptete, sie am 9. November 1938 aus der brennenden Synagoge an der Fasanenstrasse gestohlen zu haben, und drohte mit ihrer Vernichtung. Saksenhaus nahm die Textilien bei seiner Auswanderung in die USA mit. Nach seinem Tod 1993 schenkte die Familie sie Temple Chai in Phoenix. Den Anstoss zur Rückgabe gab eine Mitarbeiterin der Gemeinde, die der Geschichte nachging. Der Vorhang geht in die Sammlung des Centrum Judaicum. Aus welcher Synagoge er stammt, liess sich nicht bestätigen. Der Wimpel soll am Standort der früheren Synagoge Fasanenstrasse gezeigt werden.
Berlin
30. Okt 2026
Rückkehr nach Berlin
Redaktion