Der italienische Star-Tenor Andrea Bocelli gerät in Indonesien wegen seiner früheren Unterstützung Israels unter Druck. Der einflussreiche Indonesische Ulema-Rat (MUI), das höchste islamische Gelehrtengremium des Landes, fordert die Absage zweier geplanter Konzerte. Bocelli sollte am 31. Oktober am buddhistischen Borobudur-Tempel in Zentraljava, einem UNESCO-Weltkulturerbe, und am 3. November in Jakarta auftreten. Nun trafen sich aber Vertreter des Rates mit dem Tourismusministerium, um über die Forderung zu beraten. Als Begründung nennt der MUI Bocellis Teilnahme an einer Spendengala zugunsten der israelischen Armee im Jahr 2010 in Los Angeles sowie ein Konzert in Tel Aviv 2022. Einem Künstler eine Bühne zu bieten, der militärische Handlungen im Zusammenhang mit humanitären Verstössen im Gazastreifen unterstützt habe, widerspreche den Werten Indonesiens und den religiösen Leitlinien des Rates, erklärte der MUI. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt und unterstützt seit Langem die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Der Generalsekretär des Tourismusministeriums, Bayu Aji, erklärte, die Regierung wolle mit dem Rat eine gemeinsame Haltung finden. Man unterstütze Palästina und werde sich an der Entscheidung des MUI orientieren. In Magelang zog die Polizei bereits ihre Empfehlung für eine Veranstaltungsgenehmigung zurück. Auch weitere islamische Organisationen verstärkten ihren Widerstand gegen den Auftritt. Bocelli und die Veranstalter äusserten sich zunächst nicht zu den Forderungen. Die beiden Konzerte sind Teil seiner Welttournee zum 30-Jahr-Jubiläum des Erfolgsalbums «Romanza».
Andrea Bocelli
30. Okt 2026
Boykott
Emily Langloh