Vorwort 10. Mär 2022

Fototagebuch Ukraine

Das Fototagebuch zum Krieg in der Ukraine als «Chronik und Zeugnis».

In nur zwei Wochen hat Wladimir Putins mörderischer Wahnsinn gegen die Ukraine die Situation von Millionen von Menschen, die Geopolitik, die Wirtschaft und den Alltag vieler auf den Kopf gestellt. Die Veröffentlichung von Kriegsbildern von professionellen Fotografen ist noch bis vor kurzem auf Kritik gestossen. Man müsste der Ästhetik des Schreckens widerstehen, die Verkitschung des Krieges vermeiden und Opfer nicht zum Objekt machen. Doch das Gegenteil ist richtig: Fotojournalismus muss gerade in Zeiten des digitalen Bilderwahns eine Schneise für Opfer und die Chronik der Ereignisse brechen. Der eigentliche Wert des Fotojournalismus – authentische Augenzeugenberichte – ist unersetzlich, um das Geschehen heute besser zu verstehen und um sich morgen daran zu erinnern. Innert weniger Tage haben Putins Panzer und Waffen gegen die Ukraine unsere Art zu schauen und somit zu sehen radikal verändert. Seit dem ersten Tag des Krieges gegen die Ukraine haben sich Chronisten der Realität, der Freiheit und der Demokratie wieder auf den Weg in den Krieg gemacht, der auch ausserhalb der Kriegsgebiete unaufhaltsam näher kommt.   Die Redaktion hat sich mit der Fotoagentur Magnum Photos zusammengeschlossen, um diesen Krieg zu dokumentieren, gerade dort, wo der Textjournalismus an seine Grenzen stösst – wöchentlich im Print und täglich online im «Kriegstagebuch in Fotos». Die Journalistin und Foto-Kuratorin Anna-Patricia Kahn stellt Fotoeditorials zusammen. Journalismus ist keine Unterhaltung, sondern gerade im Bereich von Kriegen Dokumentation und Zeugnis. Die Fotos zeigen den Alltag von Menschen im Krieg. Für Opfer, Widerstandskämpfer und Fotografen sind sie eine letzte Schutzmauer und wichtige Information für Menschen ausserhalb der Kriegszone.

https://www.tachles.ch/artikel/fototagebuch

Fotos: Magnum Photos
Fotoediting: APK/CLAIRbyKahn

Redaktion